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Ein Profi und die richtigen Töppen

Dresden. Das Interview der Woche mit Ex-Dynamo-Stürmer Frank Richter

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Ex-Dynamo-Stürmer Frank Richter

Ex-Dynamo-Stürmer Frank Richter

Foto: TS

Ex-Dynamo-Stürmer Frank Richter lässt sich fast keine Partie seiner schwarz-gelben Nachfolger entgehen. Auch beim 3:2 gegen Osnabrück war der 70-Jährige live dabei.

 

Erste Halbzeit pfui, zweite halbzeit hui - ist das die treffende Zuzsammenfassung?

Auf jeden Fall. Die ersten 45 Minuten hatten nicht viel mit Fußball zu tun, daran hatten allerdings beide Mannschaften ihren Anteil, weil sie fast keine Torchance herausgespielt haben. Durch zwei unglückliche Aktionen geriet Dynamo 0:2 in Rückstand. Ganz ehrlich: In der Halbzeitpause habe ich keinen Pfifferling mehr auf unsere Mannschaft gegeben.

 

Das 0:1 war kurios: Michael Akoto köpft zurück und Torhüter Stefan Drljaca rutscht aus. Wen trifft die Hauptschuld?

Zu meiner Zeit hat Trainer Walter Fritzsch immer gesagt: Zieht die richtigen Töppen an! Und das hat er persönlich kontrolliert. Wenn Drljaca mit Noppenschuhen auf diesen schweren Rasen geht, habe ich dafür kein Verständnis. Das passende Schuhwerk auszuwählen, gehört zur Arbei eines Profi-Fußballers dazu.

 

Nach der Pause brachte ein Doppelschlag die Wende...

Dieses Aufbäumen hat mich echt überrascht, das hat man von dieser Mannschaft bisher kaum gesehen. Und: Die Tore waren schön herausgespielt und keine Zufalls-Produkte. Am Ende hätte der Sieg sogar höher ausfallen können. Die Leistung in der zweiten Halbzeit muss Maßstab für die nächsten Spiele sein. In der Mannschaft steckt Potenzial, aber man muss es herauskitzeln.

 

Dynamo ist Vierter - die Tabelle sieht gut aus.

In dieser 3. Liga ist viel möglich, da kann der Letzte den Ersten schlagen. Es hängt viel von der Tagesform ab. Es war wichtig für die Köpfe, dass die Dresdner mal so ein Spiel gedreht haben.

 

Auch für die Fans war das eine schöne Sache, denn von einem ausverkauften Stadion ist die SGD derzeit weit entfernt.

Trotzdem: Es ist immer wieder erstaunlich, wie die Anhänger hinter ihrer Mannschaft stehen. Auch nach dem 0:2 mangelte es nicht an Unterstützung. Das stimmt mich zuversichtlich für die kommenden Wochen.

 

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