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Eggerts Ostwind – Zweierlei Recht?

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Sie geisterten jüngst als „Ali" und „Alia" durch die Medien – er ist 21, sie 15, verheiratet nach syrischem Recht, jetzt Asylbewerber in Bayern. Bayern gehört zu Deutschland, hier darf heiraten, wer achtzehn ist. Ausnahmen sind juristisch schwer durchsetzbar. Ali und Alia konnten also nicht als Ehepaar anerkannt werden, das Jugendamt nahm Alia „in Obhut". Weitere juristische Schritte sind allerdings noch nicht geplant. Dieser Fall verweist auf das, was unter „Schwierigkeiten der Integration" von Flüchtlingen zu verstehen ist: Es treffen nicht allein unterschiedliche Kulturen aufeinander, auch die (Nach-)Folgen unterschiedlicher Rechtssysteme können tragisch wirken – Alia wird vermutlich in ihrem Umfeld künftig schwer darunter leiden, nicht als rechtmäßige Ehefrau zu gelten. Doch wie sollen deutsche Behörden anders reagieren? Ernstzunehmende Rechts-Gelehrte, rassistischer Gedanken unverdächtig, verlangen mit Nachdruck, die deutsch-europäischen Rechts-Maßstäbe hoch zu halten. Was sonst?! Dennoch lesen wir – beinahe erwartungsgemäß – von Empfehlungen, europäische Heiratsmaßstäbe „anzupassen". Die heutige Jugend sei ohnehin früher „reif". Nun ja, mindestens die letzte der Gattinnen Karls der Großen, des „ersten Europäers", trat auch schon in äußerst jugendlichem Alter vor den Traualtar. Das Mittelalter haben wir aber wohl hinter uns. Ihr Hans Eggert


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