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Eggerts Ostwind – Volksentscheide

Haben Sie schon mal mit einen 500-Euro-Schein bezahlt? Ich nicht. Und ich vermute, Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, erging das bislang ähnlich.
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 Weshalb die Nachricht aus der Europäischen Zentralbank zunächst ziemlich unbeachtet blieb, der 500er-Schein werde aus dem Verkehr gezogen. Die Mehrheit der Normal-Zeitgenossen wird ihn nicht vermissen und sich auch kaum darüber aufregen, oder? Nun ja – zwei Wochen nach der Nachricht über das Ende des Super-Scheins reichten die Zentralbanker diese kleine Mitteilung nach: Die Aktion werde um die 500 Millionen Euro kosten. Wie bitte? Eine halbe Milliarde, um etwas aus der Welt zu schaffen, was für die meisten Euro-Europäer keine Rolle spielt? Mag sein, dass es für die Schein-Aktion dennoch gute Gründe gibt. Doch liefert sie ein weiteres Beispiel für die generelle Methode: „Oben" wird gedacht und entschieden, „unten" wird teuer serviert. Basta. Wenn wundert es, dass das zunehmend schief geht. Vor allem dort, wo Volksentscheide möglich sind – wie neulich zu einem anderen Euro-Thema in den Niederlanden. Oder solche Parteien Zulauf finden, die „Europa" und den Euro gleich ganz abschaffen wollen. Wundern dürfen wir uns hingegen, wenn Leute, die die Mitbestimmung des Volkes auf ihren grünen Parteifahnen vor sich her tragen, dieselben einrollen, weil das Volk anders mal entscheidet, als es sollte. Ihr Hans Eggert