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Eggerts Ostwind: Jagdliches

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Die deutsche Politik-Jagdgesellschaften, vornehmlich deren in den Altbundesländern beheimatete und journalistisch tätige Mitglieder, haben ein neues Problemwesen entdeckt. Nicht den Wolf, obwohl der seit einiger Zeit aus den wilden Ost-Weiten in gepflegte West-Reviere einwandert und dort für Unruhe sorgt. Nein, entdeckt worden ist der Ost-Mann. Dieses ungebärdige Wesen lebt nicht (wie der Wolf) in tiefen Wäldern oder auf früheren Sowjet-Schießplätzen, sondern vor allem in Plattenbau-Wüsten. Und dort in Höhlen, die nur verlassen werden, um a) für Fressnapf- und Biernachschub zu sorgen, b) Fußballstadien unsicher zu machen, c) im Revier auftauchende Fremdlinge zu attackieren und d) bei passender Gelegenheit falsch zu wählen.
Dieses Verhalten ist so eindeutig abnorm, dass unter den beteiligten Jagdgenossen Einigkeit darüber besteht, auf jegliche weitere Beschau zu verzichten und auch nicht untersuchen zu müssen, ob in süd- oder westdeutschen Revieren ein vergleichbares Wesen lebt. Was es nach allen Statistiken samt Weibchen und Nachwuchs allerdings tut. Doch bitte: Man weiß ja, was von einer Statistik zu halten ist, seit Alt-Jäger Winston Churchill gesagt haben soll, er traue keiner, die er nicht selbst gefälscht hat.
Also waidgerechte Hege und Pflege hin und her - zuweilen gilt es, klare Kante zu zeigen: Anlegen, abdrücken. Punkt. Und wehe, es grüßt jemand dazu nicht mit „Waidmannsheil“. Da wird gleich noch mal angelegt, abgedrückt. Punkt. Ihr Hans Eggert


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