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Dresden zur Modellstadt in Sachen Integration machen

Die Landeshauptstadt hat derzeit ein Imageproblem. Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert will das ändern. Vor den Stadträten erklärte jetzt der Rathauschef, wie er die Stadt in zehn oder 20 Jahren sieht. Und was er tun will, um dieses Ziel zu erreichen.
Bilder
Ist der Ruf, den Dresden derzeit „genießt“, wirklich gerechtfertigt? Und wie sehr schadet dieser Ruf der Stadt bereits? Foto: Pönisch

Ist der Ruf, den Dresden derzeit „genießt“, wirklich gerechtfertigt? Und wie sehr schadet dieser Ruf der Stadt bereits? Foto: Pönisch

Der Tag der Deutschen Einheit sollte ein friedvoller, schöner Tag werden. Die politische Spitze Deutschlands war geladen, denn in Dresden fand die zentrale Einheitsfeier des Landes statt. Die Bilder, die von diesem Tag blieben und durch die Welt gingen, waren indes alles andere als schön. Und sie bestimmten am Ende die Berichte aus  dieser Stadt.
Eigene Wege gehen

Dresden ist – wie wohl auch viele andere Kommunen – eine zerrissene Stadt. Viele Menschen fühlen sich von der Politik abgehängt, nicht gefragt, übergangen.  Sie haben Wut und zeigen das. Oder schweigen.
Dresdens OB Dirk Hilbert will  das ändern. „Mein Ziel ist es, dass in zehn oder 20 Jahren die Menschen in Deutschland und Europa auf Dresden blicken und sagen: ‚Erstaunlich. Dresden ist ganz eigene und ganz neue Wege gegangen. Dresden hat die Krise der Stadt als Chance begriffen und als Chance genutzt. Natürlich gibt es auch in Dresden noch Probleme, aber in dieser Stadt haben Politik, Verwaltung und Bürgerschaft eine besondere Art des Miteinanders gefunden. Dresden, das ist nicht mehr die Hauptstadt falsch verstandener und angstgetriebener Vaterlandsliebe. Dresden ist heute die Kulturhauptstadt für ein freies, offenes und demokratisches Europa“, erklärte er seine Vision den Stadträten. Auf Dialog setzen Erreichen will er das mit einer ganzen Reihe von Maßnahmen. So will er den Bürgerdialog fortsetzen. Und in seinem Geschäftsbereich eine Abteilung Bürgeranliegen bilden. Zweimal im Jahr will er zu einer großen „Dresden Konferenz“ einladen – einem Forum, bei dem sich Bürger und Politik auf Augenhöhe begegnen können. 2017 will er in Dresden ein europäisches Städteforum veranstalten. „Denn gesellschaftliche Auseinandersetzungen, wie wir sie gerade erleben, waren oder sind für viele Städte auf unserem Kontinent ebenfalls Realität. Rechtspopulismus ist längst eine Gefahr für Europa in fast allen Ländern. Hier sollten wir anderen zuhören und voneinander lernen. Ich will, dass Dresden zum Vorbild für Lösungswege aus der europäische Krise heraus, wird.“ Vertrauen in den Stadt zurückgeben Den Menschen in dieser Stadt Sicherheitsgefühl und verlorenes Vertrauen in den Staat zurückgeben, die Bürger besser schützen – egal ob vor Kriminellen ausländischer Herkunft oder Kriminellen, die sich selbst als Patrioten bezeichnen, darauf komme es jetzt an. Eine differenzierte Betrachtung der Situation und eine differenzierte Betrachtung unserer Stadt – diesen Ansatz des OB sollten sich alle Lokalpolitiker, aber auch alle Berichterstatter wirklich zu Herzen nehmen. Für Dresden.               (C. Pönisch)