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Dresden soll gegen Schwarz-Vermietung vorgehen

Dresden. Die Grünen begrüßen den Beschluss des Sächsischen Landtages zur Einführung eines Zweckentfremdungsverbotes von Wohnraum - Hotspots sind die Altstadt und die Neustadt.

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Gerade die Neustadt ist bei privaten Ferienanfragen beliebt - aber auch die Dresdner Altstadt.

Gerade die Neustadt ist bei privaten Ferienanfragen beliebt - aber auch die Dresdner Altstadt.

Foto: Branczeisz

Mit dem jüngsten Beschluss des Sächsischen Landtags zum "Gesetz über das Verbot der Zweckentfremdung von Wohnraum in Sachsen" ist auch in Dresden der Weg frei, dem Wohnungsmangel zu begegnen und spekulativem Leerstand, sowie der übermäßigen Umwandlung von Wohnraum in Ferienwohnungen wirksam zu begegnen. "Es ist im Interesse der Dresdner geboten, zügig eine Zweckentfremdungssatzung zu erarbeiten. Gebauter Wohnraum muss seinem eigentlichen Zweck dienen und Menschen ein Zuhause bieten und nicht als Renditeobjekt missbraucht werden. Besonders alarmierend ist die Situation in der Dresdner Altstadt, wo nach Schätzungen der Stadt rund 8 Prozent der Wohnungen aus spekulativen Gründen leer stehen.", so Thomas Löser, Sprecher für Stadtentwicklung und Bau.

"Ein weiteres drängendes Problem ist die Zweckentfremdung von Wohnraum als Ferienwohnungen, die vor allem in den Stadtteilen "Innere Neustadt", "Äußere Neustadt" und "Altstadt" besorgniserregende Ausmaße angenommen hat. Mehr als 550 Angebote auf Plattformen wie Airbnb und Booking.com allein in der "Äußeren Neustadt" und 1500 Wohnungen stadtweit verdeutlichen das Ausmaß der Herausforderung.

Uns geht es ausdrücklich nicht darum, generell Ferienwohnungen zu untersagen, aber in Stadtteilen mit besonderer Ballung braucht es eine Regulierung. Die Zahl von insgesamt 21.000 leerstehenden Wohnungen bei gleichzeitig angespanntem Wohnungsmarkt in Dresden ist eine paradoxe Situation und unterstreicht die dringende Notwendigkeit einer Zweckentfremdungssatzung. Es ist an der Zeit, dem Trend zur Zweckentfremdung von Wohnraum in Dresden zu begegnen und dafür zu sorgen, dass Wohnraum in Dresden in erster Linie dem Wohnen dient", so Löser abschließend.

Hintergrundinformation: Dresden hatte am 31.12.2022 einen Bestand von 309.330 Wohnungen. Die Zahl der fertiggestellten Wohnungen lag bei 2.083. Somit wurden 384 Wohnungen mehr fertiggestellt als im Vorjahr. Im Jahr 2022 standen 21.506 Wohnungen zum Stichtag leer, was einem Anteil von knapp 7 Prozent entspricht. Der Stadtteil "Innere Altstadt" hatte die höchste Leerstandsquote.


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