Carola Pönisch

Dresden im Fokus

Prof. Jörg Schöner ist Fotograf. Seit Jahrzehnten begleitet er das Baugeschehen in Sachsen mit seiner Kamera. 32.000 Fotos von ihm liegen jetzt im Stadtarchiv Dresden. Im September 2019 soll ein Teil davon in einer Ausstellung gezeigt werden.
Bilder

»Fotografische Baudokumentation« klingt erst einmal trocken. Welch ein Schatz sich dahinter verbergen kann, das zeigen die Fotos von Jörg Schöner. Zwischen 1973 und 2016 hielt er öffentliche Bauvorhaben in der Stadt sowie im gesamten Freistaat mit seiner Kamera fest, schoss vor 1989 außerdem unzählig Industrie- und Werbefotos und erzählt damit ein wichtiges Stück Geschichte von Sachsen. Wie wertvoll seine fotodokumentarische Arbeit ist, zeigt sich daran, dass seit kurzem 32.000 Bilder als Archivbestand im Stadtarchiv liegen. Im September nächsten Jahres soll es dort eine Ausstellung mit ausgewählten Arbeiten geben. Sachsens Veränderung mit der Kamera begleitet Jörg Schöner ist ein echtes Dresdner Kind, im August 1944 wurde er hier geboren. Er absolvierte eine Fotografenausbildung, machte 1983 mit einer Dokumentation zur Altstadt Görlitz sein Diplom. Diese Fotos von damals und Bilder von Görlitz in den Jahren 2014/15 sind Inhalt der Ausstellung »Görlitz – Auferstehung eines Denkmals«, die bisher sehr erfolgreich in Görlitz, Berlin, Wiesbaden, Dresden und Leipzig lief. Von 1992 bis 1995 hielt Schöner den Wiederaufbau des Taschenbergpalais und von 1993 bis 2005 den der Frauenkirche mit seiner Kamera fest. Er begleitete Neubau und Rekonstruktion von Sächsischem Landtag und von Hochschul- wie Klinikbauten in Sachsen, ebenso den der Sparkassengebäude am Güntzplatz und Altmarkt, der Albertstadt, der ehemaligen Heeresbäckerei sowie von Kreuzkirche, Hofkirche und Synagoge. Zudem entwickelte Schöner ein digitales System zur Darstellung von Fassaden- und Gebäudeoberflächen in Originalgröße. Diese Methode unterstützt Restauratoren bei Arbeiten für Aufmaße und bildet die Grundlage der Zustandsdokumentation des rekonstruierten Historischen Grünen Gewölbes und dem Monitoring-Programm am Dresdner Zwinger. Zum Professor berufen wurde der Dresdner Fotograf aufgrund seiner Lehrtätigkeit am Lehrstuhl für Darstellungslehre/Fotografie für Architekten an der TU Dresden. Aktuell arbeitet Jörg Schöner an einem Bildband über seine Reisen durch Georgien und den Kaukasus. Ein Thema, das ihn seit fünfzig Jahren beschäftigt.


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