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Die Angst radelt jetzt mit

Innerhalb weniger Wochen kommen bei Unfällen in der Stadt drei Menschen ums Leben, die mit dem Fahrrad unterwegs gewesen sind. In einer Umfrage können Einwohner jetzt die städtische Infrastruktur für Zweirad-Nutzer bewerten.
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Radfahren ist trotz extra Fahrbahnen auf großen Straßen an vielen Stellen nicht sicher oder oft eine holprige Angelegenheit. Foto: Pohl

Radfahren ist trotz extra Fahrbahnen auf großen Straßen an vielen Stellen nicht sicher oder oft eine holprige Angelegenheit. Foto: Pohl

Für Aufsehen sorgte vor allem der letzte tödliche Unfall auf der Bautzner Straße. Am 8. Februar wurde eine 26-jährige Radlerin von einem LKW erfasst und verstarb. Weil der Radweg an der Unglücksstelle endet, fuhr die Frau auf der Straße weiter. 2013 wurde die Straße saniert und ist seitdem eine Gefahrenquelle. Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub kritisierte schon damals die Fehlplanung, weil die Straße an dieser Stelle zu eng wird. „Die Gleise wurden als Sperrfläche markiert, sind für Autos deshalb nicht befahrbar“, weist Nils Larsen vom ADFC Dresden auf das Problem hin. Dadurch müssen sich Radler und Fahrzeuge plötzlich eine enge Spur teilen. Wer nicht aufpasst, riskiert den Zusammenstoß. Die Ursachen für Unfälle sind meistens Unachtsamkeit oder fehlerhaftes Fahrverhalten. Entscheidend kann aber auch die vorhandene Infrastruktur sein, um das Risiko für Verkehrsteilnehmer zu minimieren. Ein Forscher der Technischen Universität möchte herausfinden, wie Radfahrer die Infrastruktur bewerten. „Wir wissen, wo Unfälle passieren und wie viele Radler unterwegs sind, aber unser Ziel ist es, auch herauszufinden, was Radfahrern wirklich wichtig ist“, sagt Gregor Gaffga, der die Studie durchführt. Bedeutung für die Bewertung der Infrastruktur können nämlich Faktoren wie Schnelligkeit, Sauberkeit der Rad- oder Gehwege sowie Sicherheit, aber auch die Rücksichtnahme auf Autos oder Fußgänger haben. Mitmachen sollen bei der Umfrage auch Menschen, die den Drahtesel nur selten nutzen. Im Zuge der letzten schweren Unfälle haben auch die Diskussionen um das Radwegnetz in Dresden wieder Fahrt aufgenommen. Vor allem die Stadtverwaltung muss für ihre Planungen viel Kritik einstecken. Um sicher über die Straßen zu kommen, hilft vor allem aber Paragraph 1 der Straßenverkehrsordnung. Er fordert von allen Verkehrsteilnehmern gegenseitige Rücksicht und vorsichtiges Verhalten. Diese Grundregel gilt für Autofahrer genauso wie für Radfahrer.