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Der Neuanfang wäre auch eine Chance

Dresden. Interview der Woche mit Dynamos Ehrenspielführer Klaus Sammer

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Klaus Sammer

Klaus Sammer

Foto: Schmidt

Klaus Sammer ist eine Dynamo-Legende und einer der Ehrenspielführer der Schwarz-Gelben. Nach dem 0:1 gegen Aue heißt die erste Frage an den 79-Jährigen: Im Prinzip ist diese Niederlage nicht schlimm, denn es ging ja um nichts mehr – oder?

 

Das sehe ich nicht so, denn vor allem fürs Selbstvertrauen wäre ein Sieg wichtig gewesen. Und in so einem Derby muss es immer das Ziel sein, zu gewinnen.

 

Im August und September sah es aus, als ob die Mannschaft zu mehr in der Lage ist, als am Ende da unten zu landen. Wie kam es dazu?

 

Fußball ist nun mal ein Ergebnissport und es reicht nicht, immer wieder gelobt zu werden für ein Schöngespiele. Am Ende muss der Sieg stehen und da gab es irgendwann einen Bruch. Es ist doch beschämend, wenn man über Monate keinen Sieg einfährt und sich ab und zu mal über ein Unentschieden freut. Der Sieg muss absolut das Ziel sein und mit weniger darf man sich einfach nicht zufrieden geben.

 

Der Wechsel von Alexander Schmidt zu Guerino Capretti war also ein Fehler?

 

Wenn man die Ergebnisse sieht, könnte man das meinen. Aber ich möchte mich grundsätzlich nicht zu Trainerwechseln äußern. Das wäre als Außenstehender unfair.

 

Wie sehen Sie die Aussichten in der Relegation gegen Kaiserslautern – 50:50?

 

Dort ging es ja in den letzten Wochen auch drunter und drüber – und das ist unsere Chance.

 

Für den Fall des Abstiegs: Was würde der für den Verein bedeuten?

 

Es wäre natürlich wieder einmal ein Neunanfang, aber das muss nichts Schlechtes sein. Ich denke da an die DDR-Zeit zurück: Da gab es einen Wiederaufbau und 1967/68 haben wir nach dem Aufstieg Platz drei geholt und in der Saison danach das Double geschafft.

 

Dennoch: Schöner wäre es natürlich, wenn Dynamo nicht absteigt...

 

Ich hoffe sehr, dass wir drinbleiben.