Carola Pönisch

Cornelia Fritzsche gewinnt 3. Dresdner Satirepreis

Sechs Finalisten traten am Abend des 9. April im Kabarett Brescke & Schuch an, um den begehrten Preis mit nach Hause zu nehmen. Der blieb am Ende sogar in Dresden.
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Michael Lormann, Björn Pfeffermann, Josefine Gartner, Tom Ehrlich, Cornelia Fritzsche und Claudius Bruns hießen die sechs Künstler, die es nach der Jury-Vorauswahl ins Finale und damit auf die Kabarettbühne am Wettiner Platz geschafft hatten. Dort wurde am Samstagabend der 3. Dresdner Satirepreis vergeben, mit dem nach den Worten der "Erfinder" des Preises, Manfred Breschke und Thomas Schuch,  "die Menschen auf die Kraft und die Wirkung politischer Satire aufmerksam gemacht und ihre Lust am politischen Denken herausgefordert werden". Die Finalisten hatten jeweils 15 Minuten Zeit, sich mit dem Besten und im besten Fall Aktuellsten aus ihren Programmen der Jury und dem Publikum zu präsentieren. Am Ende machten sie es Juroren und Zuschauern nicht leicht. Denn im Gegensatz zum Vorjahr, als Joachim Zawischa sowohl Jury- als auch Publikumspreis verdientermaßen in Personalunion abräumte, war es dieses Mal nicht so einfach, den Einen als den klaren Favoriten zu bestimmen, denn alle waren mit ihrer Performance nah beieinander. Außer Josefine Gartner aus Bayern, die zwar gut war, aber teilweise so urbayrisch daher kam, dass Untertitel angebracht gewesen wären. Da sage noch einer was gegen den sächsischen Dialekt... Am Ende gab es zwei Gewinner: Bjön Pfeffermann räumte den mit 500 Euro dotieren Publikumspreis ab - bei ihm war sich das Publikum schnell einig. Obwohl gerade er mit dem, was er auf der Bühne von Breschke & Schuch zeigte, teileweise mehr die Comedyszene bediente als die politische Satire. Aber Pfeffermann war darin echt gut. Auf sein gesamtes Programm darf man gespannt sein. Den 3. Dresdner Satirepreis vergab die Jury an Cornelia Fritzsche, die Frau hinter der Marionette "Ursula von Rätin". Das vermochte das Publikum im ersten Moment überraschen, die Jury war sich indes in ihrem Urteil schnell einig. Denn Cornelia Fritzsche war mit ihrer rattenscharfen "Ratgeberin für Kunst und Kultur" wirklich die Entdeckung des Abends (für alle, die bis dahin noch nicht mit der diplomierten Figurentheater-Fachfrau und ihrer Ratte zu tun hatten). Auch sie wird noch einen Soloabend bei Breschke & Schuch bekommen. Fazit: Ein überaus unterhaltsamer und bis zum Schluss  spannender Abend mit einem aufgeschlossenen Publikum und einer fairen, kompetenten Jury. 


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