Carola Pönisch

Blaues Wundes: Schritt für Schritt zur Dauerbaustelle

Seit heute (14. Dezember) ist der oberstromseitige Fußweg über das Blaue Wunder wieder offen. Ab 2018 wird die Elbquerung etappenweise zur Dauerbaustelle. Gute Nachricht: Das Blau kehrt zurück
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Eigentlich ist die künftige Dauerbaustelle, von der Amtsleiter Prof. Koettnitz spricht, längst schon eröffnet. Konkret: Seit 2016, mit Beginn der Sanierung des oberstromseitigen Fußwegbereichs über das Blaue Wunder. Der bekam für insgesamt 630.000 Euro Korrosionsschutz an Trägern und Konsolen sowie neue Eichenbohlen. Was nun folgt, ist eine Mammutaufgabe: Für das kommende Jahrzehnt wird das historische Wahrzeichen der Stadt in verschiedenen Etappen zu einer Dauerbaustelle. Die geplanten Arbeiten kosten etwa 45 Millionen Euro.
Austausch Stahlbauteile und innere Geländer
Von Mai bis Dezember 2018 sind Stahlbauteile und die inneren Brückengeländer an der Reihe. Denn bevor das gesamte Bauwerk einen neuen Farbanstrich bekommt, müssen die im Tragwerk vorhandenen defekten Streben ausgetauscht werden. Dabei handelt es sich teilweise um durch Fahrzeuganprall bzw. Kriegsschäden verformte Träger, oder aber um Risse und Schwachstellen. Gleichzeitig werden die historischen inneren Geländer vollständig erneuert. Um die notwendigen Arbeitsräume zu schaffen, wird der Verkehr auf zwei Fahrstreifen reduziert. Die Geländer werden im Werk aufgearbeitet und erst nach der Erneuerung des Korrosionsschutzes wieder eingebaut.

Neuer Korrosionsschutz
Die Erneuerung des Korrosionsschutzes stellt den optisch größten Eingriff am Bauwerk dar. In Abstimmung mit dem Denkmalschutzamt konnten die Brückenplaner den ursprünglichen Farbton der Brücke bestimmen. Auf  Testflächen für die Auswahl des Korrosionsschutzsystems kann man den neuen Farbton am Blauen Wunder bereits sehen. Der Korrosionsschutz muss die Anforderungen aus schwierigen Untergründen, Farbtreue und UV-Beständigkeit kombinieren.

Weil die Bauleute bei der Fußwegsanierung auf Bleistoffe gestoßen waren, sollen die Arbeiten am Korrosionsschutz aus Sicherheitsgründen bei Volleinhausung der jeweiligen Bauabschnitte stattfinden. Das bedeutet schwierige Arbeitsbedingungen für die Bauleute, verringert aber die Lärm- und Staubbelastung für die Anlieger. Die Auswirkungen auf den Verkehr werden gerade geprüft.

Instandsetzung der unterstromseitigen Gehbahn
Ist der Korrosionsschutz erneuert, schließt sich die Instandsetzung der unterstromseitigen Gehbahn an. Bauleute werden den Belag entfernen und nach Instandsetzungsarbeiten am Deckblech und den Konsolen neuen Gussasphalt aufbringen. Auch der Korrosionsschutz am Geländer ist zu erneuern.

Instandsetzung der Ankerkammern
Nach diesen Arbeiten werden die Ankerkammern auf der Blasewitzer und der Loschwitzer Seite instandgesetzt. Die Bodenplatten erhalten eine Verstärkung gegen Aufbruch im Hochwasserfall. Die Kammern werden verschlossen und klimatisiert, um der Luft die Feuchtigkeit zu entziehen. So will man die verbauten Stahlteile gegen das Verrosten schützen. Auch die Massivbauteile aus Beton und Sandstein werden instandgesetzt.

Weitere Maßnahmen
Voraussichtlich ab 2023 folgen die Instandsetzung des Lagers auf der Blasewitzer Seite, das Verpressen von Rissen in den Pfeilern, die komplette Erneuerung der Brückenfahrbahn sowie der Korrosionsschutz an der Stahlkonstruktion in diesen Bereichen.