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Barock-Zeitreise ist Top-Ausflugsziel 2022

Dresden. Das Dresdner Panometer begeistert mit echtem Lebensgefühl aus der Zeit August des Starken.
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Die Familien haben sich entschieden: Das Panometer ist "Top-Ausflugsziel 2022 in Sachsen". Grundlage sind 6,68 Millionen Gästebewertungen von familienausflug.info, einem Portal, das jährlich die besten Ausflugsziele in Österreich, Südtirol, der Schweiz sowie in Deutschland präsentiert. Das Panometer Dresden erreichte Platz 7 unter 7.334 Familienausflugszielen in Deutschland, darunter 73 in Sachsen. "Wir sind glücklich über diesen Award, weil er vom Publikum kommt und "Dresden im Barock" Kinder wie Erwachsene derart fasziniert, sagt Mandy Streit, Leiterin des Panometers.

 

Wow-Effekt von oben

 

Den Wow-Effekt gibt es tatsächlich nur ganz oben. Vom Turm unter der Kuppel fühlt sich der Besucher als würde er von der Dresdner Hofkirche auf seine Stadt schauen. Doch so wie sie vor 300 Jahren war. "Dresden im Barock" ist eine Zeitreise in das Dresden August des Starken und seines Sohnes Friedrich-August II., und verdichtet eine ganze Epoche - von 1697 bis 1763 - in einem gewaltigen Panorama, indem sich das Auge im Detail verlieren kann. Hofnarr Fröhlich kommt da mit seinem Stuhl, den zwei Schweine ziehen, über die Augustus-Brücke gefahren. Die Brücke ist die einzige Verbindung zwischen der Innenstadt mit Hausmannsturm, Frauenkirche und Brühlschen Terrassen hin zur neuen Königsstadt, der heutigen Neustadt. Die Augustusbrücke hat noch mehr Stützpfeiler als heute. Die Elbe folgt sanft der Natur, überall liegen Kähne. Zar Peter der Große scherzt mit der Cosel im Gartenpavillon auf der Brühlschen Terrasse. Am Stallhof hieven Knechte gerade das Gemälde der Sixtinischen Madonna von einem Pferdefuhrwerk. Die Gemäldegalerie Alte Meister bekommt gerade ihr bedeutendstes Werk.

 

Es sind so viele kleine Geschichte zu entdecken - und Persönlichkeiten, die diese Epoche geprägt haben. Goldschmied Johann Melchior Dinglinger zum Beispiel oder der Porzellanentdecker Johann Friedrich Böttger tauchen im Bild auf. Außerdem hat der Schöpfer des Rundbildes Yadegar Asisi historische Anekdoten ins Panorama gesetzt, wie den Aufenthalt des Rhinozeroses Clara 1747 in Dresden, das als Seltenheit durch ganz Europa tourte oder die Hinrichtung von Lips Tullian und seiner Räuberbande 1715, der über Jahre Sachsen unsicher gemacht hatte oder die Verhaftung des Lakaien Laubler, der 1726 in religiösem Wahn den Dekan der Kreuzkirche ermordet hatte. Das geschäftige Treiben dringt mit all den Geräuschen einer Stadt ans Ohr, Tag- und Nachtwechsel lassen den Besucher glauben, er würde hier einen ganzen Tag verweilen. Das kann er auch. Die Ausstellung über die damals 22.000 Einwohner zählende Stadt ist faszinierend. Ein Farbrausch aus Pink, Blau oder Schwarz-Gold legt im Parterre in einer Begleitschau den Schwerpunkt auf das Leben in der barocken Stadt. Und woher wissen wir, wie es vor 300 Jahren in Dresden aussah?

 

Einblicke dank Canaletto

 

 Das verdanken wir dem Venezianer Bernardo Bellotto, den Friedrich August II. 1747 aus Italien nach Dresden holte. Dort malte der 25-Jährige, der sich im Übrigen nach seinem Onkel den Künstlernamen Canaletto gab, seine weltberühmten Stadt- und Landschaftsansichten aus dem Elbtal. "Canaletto ist nicht nur ein höchst präzises Dokument der architektonischen Strukturen und Räume Dresdens, sondern auch ein unerschöpfliches Dokument der Patina der Stadt. Ohne ihn würden wir nicht in dieser Tiefe wissen, wie sich das Augusteische Zeitalter wirklich angefühlt hat", sagt Yadegar Asisi über Canaletto. Anlässlich des Jubiläums widmet Asisi dem Hofmaler der sächsischen Könige nun drei Episoden seiner Videoreihe "sehen & gestalten". Die Episoden werden ab dem 20. Mai wöchentlich auf dem YouTube-Kanal des Künstlers veröffentlicht. Zudem gibt es jeden Freitag und Samstag, um 13 Uhr, eine 60-minütige "Canalettoführung". Die bietet spannende Hintergrundinfos zu dem Maler und seine Schaffenszeit in Dresden.

 

Barocker Familiensonntag

 

Am 15. Mai findet der "Barocke Familiensonntag" statt. Hier flanieren Künstler und Künstlerinnen in barocker Kleidung von 12 bis 15.30 Uhr durch die Räume und stehen den Besuchern nicht nur für Fotos zur Verfügung, sondern beantworten auch die eine oder andere Frage zur damaligen Mode. Kleine Gäste erhalten einen 15-minütigen Einblick zum Thema "Fächersprache" um 13, 14 oder 15 Uhr. Im Anschluss erhalten sie eine kleine Erinnerung daran. Der Canaletto-Blick auf Dresden gehört zur historischen DNA der Stadt wie das Panorama-Bild von deren Zerstörung 1945. Deswegen kommen die Leute hier her. Es ist Geschenk Yadegar Asisis an sein Dresden, wo er viele gelebt und studiert hat. "Wir werden oft gefragt, ob es irgendwann ein neues Bild für Dresden gibt", sagt Mandy Streit. Eine Idee gibt es. Yadegar Asisi möchte ein impressionistisches Gemälde aus der Dresdner Romantik malen und digital als riesiges Rundbild inszenieren, so wie "Die Kathedrale von Monet" im französischen Rouen, die erstmals in Öl gemalt und danach digital vergrößert und auf Leinwand gedruckt wurde.

 

www.familienausflug.info