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Mit "diplomatischem Beistand"

Heike Sabel las auf XXVI. Internationalen Minsker Buchmesse aus neuem Buch
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Zu Gast war die Pirnaer Journalistin und Vereinsvorsitzende von „Gemeinsam in die Zukunft“ e.V., der sich seit Jahren für die Zusammenarbeit zwischen dem Landkreis und Belarus engagiert, schon einige Male auf der Buchmesse. Aber in diesem Jahr war alles anders. Heike Sabel saß in diesem Jahr selbst auf dem Podium.  Eingeladen vom deutschen Botschafter in Weißrussland Peter Dettmar,  liest sie aus ihrem dritten Buch über Weißrussland „Wsjo budjet horocho“ – „Alles wird gut“. Mehr noch, dieser Abend Anfang Februar im Haus der Freundschaft in Minsk zeigt, wie sich Beziehungen zwischen Völkern lebendig gestalten können. So wie in den Kurzgeschichten des vorgestellten Buches, die mit Humor, philosophischem Hintergrund das Erlebte und Geschehene in Belarus widerspiegeln. „Es war schon eine Ehre und Wertschätzung, dass der deutsche Botschafter selbst ein paar Ausschnitte aus meinem Buch las, wie er überhaupt die Arbeit unseres Vereines sehr wertschätzt und wo es möglich ist, hilft“, freute sich Heike Sabel. Da das Buch in Deutsch erschienen ist, ging es natürlich nicht ohne Dolmetscher. Das übernahm Aliaksei Zhbanau, der auch schon mehrfach  Pirna besuchte, als er Botschaftsrat bei der Botschaft in Berlin war. „Alles hat wunderbar geklappt, dafür bin ich allen Beteiligten sehr dankbar. Es war eine warmherzige, freundliche, offene  Atmosphäre an diesem Abend, der auch musikalisch ausgestaltet wurde.“ Das sahen die über 100 Besucher dieses literarischen Abends, darunter viele Freunde, Bekannte, sogar aus Bragin und Brest, internationale Vertreter aber auch Studenten und einfach Interessierte wohl genauso. Das liegt sicher auch daran, dass der Verein „Gemeinsam in die Zukunft“ in Minsk, Bragin und anderen Orten, die noch immer an den Folgen der Reaktorkatastrophe leiden, gut bekannt ist. Mehrfach wurden in den letzten Jahren Kindergärten, Familienzentren, Altenheime mit Hilfsgütern  oder bei Sanierungsarbeiten unterstützt. Und immer steht dabei die Begegnung der Menschen im Mittelpunkt. Da eine solche zweisprachige Veranstaltung recht aufwendig ist, wird die Lesung im April u.a. in Pinsk und Baranowitschi noch einmal wiederholt. Wieder wird Aliaksei Zhbanau dann dolmetschen. Mit ihrem Buch reihte sich Heike Sabel in die 400 Aussteller aus 37 Ländern auf der Buchmesse ein. „Beeindruckend war für mich  außerdem auf der Messe Nobel-Preisträgerin Swetlana Alexejewitsch original zu hören und zu erleben. So etwas baut auf, daraus lässt sich Kraft schöpfen“, so Heike Sabel. Wieder in der Heimat, hat Heike Sabel  mit ihrem Verein „Gemeinsam in die Zukunft“ für dieses Jahr schon neue Ziele anvisiert. So hat der Verein einen Stammtisch für die vielen deutsch-belarussischen Kontakte im Landkreis gegründet. Er vereint in erster Linie die vielen Akteure gemeinsamer Projekte im Landkreis, soll aber auch allen anderen Interessierten offen stehen. Es geht darum, Informationen auszutauschen, sich zu ergänzen und gegenseitig zu helfen.                                                                              Zu den bestehenden Kontakten der Sportler nach Bragin, der Heidenauer Gymnasiasten nach Orscha und der Pirnaer Berufsschüler nach Minsk sollen weitere kommen. „So sind wir derzeit dabei, die Bibliothek Heidenau und die Dohnaer Oberschule mit belarussischen Partnern zusammen zu bringen“, zählt Heike Sabel auf. Im Juni wird es dann voraussichtlich den 48. Erfahrungsaustausch geben. Ein Pfarrer aus Bragin und Leiter einer privaten Reha-Einrichtung für Drogenkranke zur Arbeit mit Behinderten und Drogensüchtigen wird zu Gast sein. Die nächsten Reisen/Begegnungen sind auch geplant. Das  Gymnasium Heidenau erwartet die Gäste aus Orscha, das BSZ Pirna fährt nach Minsk, Sportler wieder nach Bragin. Im September findet dann das 9. deutsch-belarussische Sommerlager statt. „Und am 6. Juli laden wir zu unserem Sommerfest in unser Objekt nach Copitz ein. Ja und dann planen wir den 24. Hilfstransport nach Belarus. Über 1000 Kisten haben wir voriges Jahr in zwei Transporten gepackt. Das war eine großartige Leistung von allen Beteiligten, bei denen wir uns auf diesem Wege noch einmal herzlich bedanken. Wir haben uns deshalb auch erst einmal eine kleine Pause gegönnt“, sagt Heike Sabel.  Meist  sind Vereinsmitglieder sonnabends vor Ort. Am besten freitags 0177/7540198 anrufen. Zwischen dem 23. März und Ostern erfolgt keine Annahme von Hilfsgütern. Der Transport wird dann wieder im Herbst auf die Reise gehen, in der Hoffnung, dass die Kapazitäten  im Sammellager reichen…  Für Ideen, Hinweise oder Angebote ist er Verein immer offen und freut sich darauf. www.gemeinsam-in-die-zukunft.org