Daniel Förster

Stolpen: Wasserversorgung wie 1563

Stolpen. Sie galt im 16. Jahrhundert als eine technische Meisterleistung – die Wasserkunst Stolpen. Nur noch bis 10. Juni ist ein Nachbau (Maßtab 1:5) auf dem Markt zu sehen.

Absoluter Hingucker und für kurze Zeit neue Attraktion auf dem Markt ist der Nachbau der Wasserkunst Stolpen (im Foto) im Maßstab 1:5. Die Stolpener "Rentnergang" um Peter Jungnickel hat sie im zurückliegenden Jahr neu erschaffen. 250 Jahre lang seit 1563 versorgte die Wasserkunst, die als technisches Meisterstück galt, die Burg mit Frischwasser. Mehrmals wurde die Technik verbessert, so dass sie den gesamten Wasserbedarf der Burg decken konnte.

"Das Original beförderte immerhin rund 10.000 Liter Wasser pro Tag auf die Burg", sagt Jungnickel. Die Anlage überbrückte 100 Höhenmeter. Das Modell zeigt die technische Raffinesse: Ein oberschlächtiges Wasserrad (im Original Durchmesser 10.20 Meter) mit Pumpen und Leitungen. Auf 720 Metern Länge wurde das Wasser in Holzröhren Wasser den Berg hinauf gefördert. Rund 1.200 Baumstämme waren damals verarbeitet worden. Zehn Zug- und Druckhäuser überwanden von Haus zu Haus sieben Meter an Höhe bis auf die Burg. Die Wasserversorgung hatte damals schon große Bedeutung. Deshalb war die Wasserkunst ein häufiges Ziel bei kriegerischen Auseinandersetzungen. So wurde sie unter anderem im Dreißigjährigen Krieg wie auch im Siebenjährigen Krieg zerstört. Stets wurde sie wieder aufgebaut.

Der Nachbau der Wasserkunst ist Teil des Stadt-Jubiläums in Stolpen. Die Basaltmetropole feiert noch bis Sonntag ihren 800. Geburtstag.

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