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S163: Neuer Anlauf für Radweg

Hohnstein. Die »Bürgerinitiative Radweg S163« unternimmt einen weiteren Versuch für einen Radweg an der alten Rennstrecke zwischen Abzweig Hocksteinschänke und Abzweig Stürza.

 Im Jahr 2017 wurde das Teilstück der S 163 zwischen Abzweig Hocksteinschänke und Abzweig Stürza umgebaut. Zur Überraschung vieler Fahrradfreunde aus der Region erhielt das drei Kilometer lange Teilstück jedoch keinen Radweg.  Stattdessen wurde die Fahrbahnbreite verringert – von ursprünglich zwölf auf sieben Meter. Daraufhin formierte sich eine Bürgerinitiative, die u.a. Unterschriften (1.140) sammelte und zahlreiche Gespräche mit Verantwortlichen führte – alles ohne Erfolg. Der ADFC beschrieb die Strecke damals als »kreuzgefährlich«.

Anfang März wurde nun eine Petition für den nachträglichen Bau eines Radweges von der BI auf den Weg gebracht. Wie es in der Begründung heißt, betrage die Flurstücksbreite auf dem gesamten Abschnitt mindestens 16 Meter. Nach Ansicht der Initiatoren ist damit also genügend Platz für einen straßenbegleitenden Radweg vorhanden. Zudem sei der Streckenabschnitt als Teil der »Napoleonradroute« (Stolpen-Rathmannsdorf) eine wichtige Verbindung vom Elbtal in Richtung Lausitz, heißt es.

Die BI beruft sich bei ihrer Forderung u.a. auf den Koalitionsvertrag der sächsischen Landesregierung von 2014. Demnach soll der Anteil des Radverkehrs am Gesamtverkehr sachsenweit erhöht werden. »Beim Aus- und Neubau von Bundes- und  Staatsstraßen soll die gleichzeitige Errichtung von Radverkehrsanlagen zum Regelfall werden«, heißt es in dem Papier.

Wie die BI weiter mitteilte, wurde vom 23. August bis 3. September 2018 eine Verkehrsdatenerfassung auf diesem Streckenabschnitt durchgeführt. Dabei wurde festgestellt, dass viele Fahrzeuge trotz bestehender Geschwindigkeitsbeschränkungen zu schnell unterwegs waren. Auch hat sich die Anzahl der Fahrzeuge (inklusive Lkw) gegenüber der letzten Verkehrsdatenerfassung erhöht.

»Wir wollen unbedingt verhindern, dass es zu tödlichen Unfällen mit Radfahren kommt, wie auf der Staatsstraße S81 bei Moritzburg«, heißt es von der Bürgerinitiative.  Ende November 2018 war ein Radfahrer auf der Staatsstraße zwischen Friedewald und Auer von einem Kleintransporter angefahren worden. Der Mann verstarb noch an der Unfallstelle.

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Ausstellung: „Rohe Kunst“ in Kirschau

Kirschau. Rund elf Prozent der Menschen in Deutschland leiden entsprechend einer Studie der WHO an chronischen Depressionen. Die Tendenz ist zunehmend. Das Projekt „Schattenseiten – LEBEN“ greift den Umgang mit diesem Thema auf und bearbeitet es künstlerisch. Behandelt werden Fragen wie „Was ist eine Depression?“, „Was ist einfach nur Traurigkeit oder Melancholie?“, „Wie gehen wir damit um?“, „Was bedeuten Glück und Freude?“.  Mit diesen Fragestellungen und den Antworten soll eine breite Öffentlichkeit erreicht werden. Schattenseiten - LEBEN ist dabei kein trauriges oder depressives Projekt, sondern eines voller Lebensfreude, mit einer positiven Lebenseinstellung und vielen nachdenklichen Elementen. Die Galerie FLOX in Kirschau präsentiert ab 26. Mai mit der Ausstellung „Schattenseiten – LEBEN“ eine Künstlergruppe bestehend aus Eric Fish mit „Naiver Liedermalerei“, Ute Näser, ebenfalls mit Malerei, und als künstlerischen Kontrapunkt Thomas Christinas mit einer vor Ort entwickelten Installation. „Mit Eric Fish, Ute Näser und Thomas Christians wird erstmalig eine gesamte Ausstellung bei FLOX der Kunstrichtung Art Brut gewidmet. Es ist eine sehr emotionale Ausstellung dreier Künstler mit ganz unterschiedlichen Lebenserfahrungen,“ erläutert Hellfried Christoph, der Leiter der Galerie und ergänzt: „Art Brut als unbekannte oder wenig beachtete Kunstrichtung vereint Kunstschaffende von autodidaktischen Laien über Kinder bis hin zu Menschen mit einer psychischen Erkrankung oder einer geistigen Behinderung.“ Die Bezeichnung ging vom französischen Maler Jean Dubuffet aus, der sich eingehend mit einer naiven und antiakademischen Ästhetik beschäftigte. Art Brut, auch „rohe Kunst“ genannt, beschreibt eine Kunst jenseits jeglicher etablierten Formen und Strömungen. Sie speist sich oft bewusst oder unbewusst aus einem therapeutischen Ansatz heraus. Die Ergebnisse sind in den meisten Fällen spontane, situative Arbeitsergebnisse, meistens mit sehr hoher Intensität und extremer emotionaler Dichte. Für die Kunstschaffenden stellt diese Möglichkeit durchaus eine „Ventilfunktion“ dar. Gleichfalls wird so Öffentlichkeit erzielt, die stellvertretend für andere Betroffene spricht. Und dem Rezipienten können sich neben dem rein ästhetischen Seherlebnis Zugänge zu Innenwelten auftun, die sowohl persönlich wie auch gesellschaftlich verdrängt werden. Zu nennen sind Thematiken wie Melancholie, Trauer, Depression bis hin zum Suizid. Für Eric Fish, dem Liedermacher, Sänger und Frontmann der Folk-Metal-Band Subway to Sally, sind seine Arbeiten „zusätzliche Strophen“ zu seinen Songs und stellen spannende Übergänge vom Hören zum Sehen dar. In der Ausstellung werden die Besucher die Möglichkeit haben, per Audiosystem die Songs zu einigen Bildern beim Betrachten zu hören. „Als Einmaligkeit wird bei dieser Ausstellung zu Werken von Eric Fish und Ute Näser eine Audiodeskription (Übersetzung) für Blinde erarbeitet. Damit wird ein barrierefreier Zugang auch für Sehbehinderte möglich“, erzählt Uwe E. Nimmrichter, der Leiter des Projektes „Schattenseiten – LEBEN“. „Danke dafür der blinden Hörfilmautorin und Sängerin Johanna Krins.“ Die Ausstellung „Schattenseiten – LEBEN“ ist Bestandteil des vom 10. Mai bis 5. Juli stattfindenden gleichnamigen Projektes des Vereines für Kunst, Kultur und Umwelt im sächsischen Dreiländereck. Die Ausstellung ist bis einschließlich 5. Juli im Friese Kirschau zu sehen. Rund elf Prozent der Menschen in Deutschland leiden entsprechend einer Studie der WHO an chronischen Depressionen. Die Tendenz ist zunehmend. Das Projekt „Schattenseiten – LEBEN“ greift den Umgang mit diesem Thema auf und bearbeitet es künstlerisch.…

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