Carola Pönisch

Weiße Flotte in Not: Wie geht's weiter?

Dresden. Der Sächsischen Dampfschifffahrt geht es nicht gut. Immer öfter führt Niedrigwasser zu Ausfällen. Der heiße Sommer 2018 ließ die Elbe fast austrocknen, monatelang konnte die Weiße Flotte nicht fahren. Dieses Jahr wiederholt sich das scheinbar. Weitere Millionenverluste drohen. Und die Gesellschafter der Flotte sehen weiter keine Renditen ...

Traditionen hin oder her: Investoren wollen Rendite sehen, wollen ihr angelegtes Geld möglichst mit Zinsen zurückbekommen. Das ist an der Börse nicht anders als bei der Sächsischen Dampfschifffahrt. Doch die hat damit gerade ein Problem. Denn immer wieder verhindert Niedrigwasser, dass die älteste und größte Raddampferflotte der Welt überhaupt fahren kann. So wie in den vergangenen Tagen, als gerade mal zwei der neun Dampfer mit Pegelständen unter 60 Zentimeter klarkamen.

Nicht fahren können heißt keine Einnahmen. Das Dürrejahr 2018 brachte eingeschränkten bis gar keinen Fahrbetrieb an 120 von 123 Tagen und ein dickes Minus von 2,2 Millionen. Die Prognosen in diesem Jahr sehen nicht viel besser aus.

Rund zwei Millionen braucht das Unternehmen jetzt aber, um über die Runden zu kommen. Was es vor allem aber braucht ist ein Konzept, wie es künftig weitergeht. Denn dass der Pegel immer öfter dramatisch sinkt, daran gibt es kaum Zweifel. Dazu kommt, dass die Weiße Flotte zwar ein technisches Denkmal ist, aber neue und schärfere Umweltgesetze auch vor den historischen Raddampfern nicht Halt machen. Stichwort "Diesel". Das Unternehmen ist gefordert, in neue Technologien und Motoren zu investieren, was natürlich sehr teuer und das Eigenkapital aufbrauchen wird. Was wiederum für die knapp 500 Gesellschafter bedeutet, dass sie wie in den vergangenen Jahren auch für 2019 nicht auf Gewinnausschüttung hoffen können.

Gesellschafterversammlung: Zweite Runde Anfang August

In der Gesellschafterversammlung am 12. Juli ging es daher um nicht weniger als die Frage: Wohin schippert die Flotte? Für einen Aufschrei in den sozialen Medien sorgte im Vorfeld der Vorschlag eines Teilnehmers aus dem süddeutschen Raum, die Flotte als Ganzes oder einzeln zu verkaufen. Diese Idee trägt die Mehrheit zum Glück nicht mit, Flotten -Kapitänin Karin Hildebrand hat klargemacht: "Schiffe und Arbeitsplätze müssen erhalten bleiben."

Doch über die Fragen, wie genau der Modernisierungskurs laufen, wie mehr Eigenkapital in die Kassen gespült, wie und wovon Liquiditätsreserven gebildet und wie die Ausschüttung von Gewinnen an die Gesellschafter neu geregelt werden können - darüber konnten sich die Anwesenden am vergangenen Freitag noch nicht einigen. Zwei Fakten stehen immerhin fest: Der Freistaat kommt für die sofort benötigten zwei Millionen Euro auf. Und "die Schiffe fahren auf jeden Fall weiter", wie ein SDS-Sprecher versichert. Das klingt vorerst nach ruhigem Fahrwasser. Anfang August geht die Tagung in Runde zwei.

Zahlen, Fakten, Daten

* Die Sächsische Dampfschifffahrt GmbH ist eine Personengesellschaft, deren Kommanditkapital auf knapp 500 Gesellschafter verteilt ist

* Als Komplementärin der KG ist die Sächsische Dampfschifffahrt GmbH persönlich haftende Gesellschafterin

* Der Freistaat Sachsen ist an der GmbH mehrheitlich beteiligt

* Die Sächsische Dampfschifffahrt GmbH hat 42 nautische, 20 Verwaltungs-, vier Werftmitarbeiter und sieben Azubis

* Die CrashIce Veranstaltungsservice GmbH ist eine 100-prozentige Tochter der ElbeZeit GmbH mit elf Mitarbeitern, einem Azubi und 300 Aushilfen (Pool)

* Ticketverkauf 2015: 425.076, 2016: 524.515; 2017: 509.276; 2018: 354.228

Die ElbeZeit GmbH ist eine 100-prozentige Tochter mit 133 Mitarbeitern

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Goldschakal tappt in Fotofalle

Görlitz. Zum ersten Mal ist in Sachsen ein Goldschakal nachgewiesen worden. Das teilte das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) heute in Dresden mit. Das Tier war bereits am 30. März auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz im Landkreis Görlitz in eine Fotofalle gegangen. Jetzt liegt die offizielle Bestätigung vor, dass es sich um einen Goldschakal handelt.  Als Goldschakal identifiziert wurde das Tier vom LUPUS Institut, das im Auftrag des LfULG das Wolfsmonitoring in Sachsen durchführt. Durch Vergleichsaufnahmen vom gleichen Kamerastandort sei gut zu erkennen gewesen, dass das fotografierte Tier größer als ein Rotfuchs und kleiner als ein Wolf ist. Von der Gestalt her ist die Zuordnung zum Goldschakal sicher. Seitdem gibt es keine weiteren Hinweise auf die Anwesenheit des Tieres. Die anpassungsfähige Art besiedelt bevorzugt verbuschtes und feuchtes Gelände mit Versteckmöglichkeiten, bewohnt jedoch auch andere Lebensräume. Auf dem „Speisezettel“ des Goldschakals stehen vorwiegend kleinere Säugetiere wie Wühlmäuse und Ratten, aber auch Früchte und Aas. Das scheue Tier stellt keine Gefahr für den Menschen dar, kann jedoch ähnlich wie ein Fuchs auch ungeschützte kleinere Nutztiere töten.  Der Goldschakal ist eine besonders geschützte Tierart und im Anhang V der Europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie gelistet. Zukünftig sollen Hinweise auf den Goldschakal aufmerksam geprüft und dokumentiert werden. Das Landesumweltamt bittet die Bevölkerung, Aufnahmen aus Wildkameras, die auf den Goldschakal schließen lassen, zur Dokumentation in der Artdatenbank Sachsen zu übermitteln: E-Mail: DB-Arten.LfULG@smul.sachsen.de Homepage: https://www.umwelt.sachsen.de/umwelt/natur/8048.htm Hintergrund Der Goldschakal (Canis aureus) gehört, ebenso wie Fuchs und Wolf, zur Familie der Hundeartigen. Besonders die Unterscheidung vom Wolf bedarf eines geschulten Blickes. Farblich ähnelt er dem Wolf, mit einem Einschlag ins Rötliche und einem deutlichen, hellen Kehlfleck. Insgesamt wirkt das Tier kurzbeiniger als ein Wolf. Die Schnauze ist spitzer und zierlicher als die des Wolfes. Vom Fuchs ist das Tier durch seine gedrungenere Gestalt und einen deutlich kürzeren Schwanz mit schwarzer Spitze zu unterscheiden. In Europa kommt der Goldschakal seit alters auf dem Balkan vor. Dort wurde er verfolgt und fast ausgerottet. Durch Schutzmaßnahmen erholten sich die Bestände allmählich. Besonders seit den 1960er Jahren kam es neben Vorstößen einzelner Tiere auch zu festen Ansiedlungen von Familien bis weit nach Nordwesten. Der Goldschakal siedelte sich von Bulgarien aus in Rumänien und Serbien und später in Italien, Slowenien, Österreich, Ungarn und der Slowakei wieder an. In Tschechien vermehrte sich der Goldschakal im Jahr 2018 erstmals in der Nähe von Prag auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz.  In Deutschland wurden seit 1996 einzelne Goldschakale nachgewiesen. Im Süden Brandenburgs hielt sich ein Tier zwischen 1996 und 1998 in der Braunkohlefolgelandschaft auf. Weitere Nachweise liegen aus Bayern, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein vor. Einige dieser Tiere haben Sachsen sicherlich unerkannt durchquert. Zum ersten Mal ist in Sachsen ein Goldschakal nachgewiesen worden. Das teilte das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) heute in Dresden mit. Das Tier war bereits am 30. März auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz im…

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