Carola Pönisch 3 Kommentare

Verein "Weiße Flotte Dresden" will Flotte retten

Dresden. Für die insolvente Sächsische Dampfschiffahrt GmbH (SDS) werden Investoren gesucht. Ein Dresdner Verein will jetzt Geld sammeln, damit die SDS und damit die Flotte erhalten bleibt.

Der Elbepegel stimmt, das Wetter ist nicht das schlechteste und so langsam füllt sich die Stadt wieder mit Touristen. Gute Voraussetzungen also, dass auch die Dampfer der Sächsischen Dampfschiffahrt GmbH in relativ ruhigem Fahrwasser auf der Elbe schippern können und Geld in die Kasse der SDS kommt.

Um Geld geht es auch dem im September 2019 gegründeten Dresdner Verein "Weiße Flotte Dresden – Freunde der Sächsischen Dampfschiffahrt e.V.". Gegründet mit dem Ziel, die größte und älteste Dampferflotte der Welt als Ganzes zu erhalten und die drohende Gefahr abzuwenden, dass die SDS infolge des am 3. Juni eröffneten Insolvenzverfahrens an einen oder mehrere Privatinvestoren verkauft wird, die am Ende die historischen Dampfer in alle Welt verkaufen.

Verein tritt als Investor an

Deshalb will der Verein jetzt selber Spenden zum Erwerb der Flotte zu sammeln. „Beim Wiederaufbau der Frauenkirche haben wir gemeinsam schon einmal eine enorme Kraft entfaltet. Lasst uns jetzt auch die Dampferflotte retten!“, bringt Dirk Ebersbach, Vorstandsvorsitzender des Vereins, das Anliegen des "Weiße Flotte Dresden e.V." auf den Punkt. "Unser Förderverein hat in den vergangenen Wochen mit diversen Beteiligten, Unterstützern und Vertretern der Politik gesprochen. Bis heute gibt es aber leider keine verbindliche politische Zusicherung seitens des Freistaates Sachsen, der Landeshauptstadt Dresden oder einer Stadt bzw. Gemeinde im historischen Fahrgebiet, im Investorenprozess mitbieten zu wollen."

Bisher gebe es zwar von offizieller Seite Wortmeldungen zur Rettung der Weißen Flotte, doch die hätten bedauerlicherweise keine belastbare Substanz. Und so sieht der Verein die Gefahr der Zerschlagung der seit mehr als 180 Jahren auf der Elbe fahrenden Flotte als ziemlich real an. "Die Insolvenz hat gezeigt, dass private Eigentumsverhältnisse für den Erhalt eines 'fahrenden Museums' ungeeignet sind, sagt Dirk Ebersbach. Als bessere Lösung sieht der Verein den Erhalt der historischen Dampferflotte inklusive der Salonschiffe „August der Starke“ und „Gräfin Cosel“ in staatlicher oder kommunaler Trägerschaft an.

"Wir hoffen auf eine verbindliche Erklärung, ob und wie sich Freistaat, Stadt Dresden und angrenzende Kommunen am Erwerb der Flotte und deren Erhaltung in staatlichen oder kommunalen Händen beteiligen wollen. Sollte ein Ankauf der Flotte bedingt durch die Folgen der Corona-Pandemie oder aus anderen Gründen nicht möglich sein, mögen sie sich bitte ebenfalls klar erklären und mitteilen, ob sie alternativ die Flotte als Geschenk annehmen würden."

Geld zurück-Garantie für Großspender

 In den kommenden Wochen wird der Verein mehrere Aktionen mit Unterstützern starten, um Geld für einen möglichen Ankauf der Flotte zusammenzubekommen. Von einem mittleren einstelligen Millionenbetrag ist die Rede. Außerdem gibt es zwei Spendenkonten, darunter eins für Großspenden ab 1.000 Euro. "Im Falle der Nichterreichung unserer Ziele würden wir diese größeren Spenden an die Zuwender zurückzahlen", verspricht der Verein.

Vorstandsmitglied Nicole Scholze, beruflich Rechtsanwältin und selbst Insolvenzverwalterin, weist auf die Dringlichkeit hin: „Die Zeit zum Sammeln von Spenden ist bedingt durch die zeitlichen Vorgaben des anhängigen Insolvenzverfahrens äußerst kurz.“ Konkret: Nur sechs Wochen bleiben ungefähr, um dem Verein und damit der Weißen Flotte zu helfen. „Sobald der Zuschlag erfolgt ist, wäre politischer Einfluss kaum noch möglich.“ so Scholze weiter.

Spendenkonto:

  • Ostsächsische Sparkasse Dresden
  • IBAN DE35 8505 0300 0221 1816 87

Rechtsanwaltsanderkonto für Großspenden ab 1.000,00 Euro

  • Deutsche Kreditbank AG
  • IBAN DE33 1203 0000 1008 4472 35 
  • BIC: BYLADEM1001

 

 

 

 

 

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Kommentar von R. Gerlach
"Die Dampfschifffahrt auf der Oberelbe begann im Jahr 1835, als ein Heckraddampfboot von Heinrich Wilhelm Calberla (1774–1836), Besitzer der Calberlaschen Zuckersiederei,[1] am 7. Mai 1835 von Hamburg kommend mit zwei Kähnen im Schlepp in Dresden eintraf. Das hölzerne Schiff war 1833 vom Schiffbauer Schinke in Krippen erbaut worden. . . ." Es ist wie mit EgGü: 1890 von Egbert Günther in Meerane in Sachse gegründet, Auch Eg-Gü WAR ein deutsches Unternehmen für Schuhpflegemittel mit Sitz in Dresden, wie viele andere: Zwei Weltkriege überlebt UND 40 Jahre DDR. Aber nicht die BRD - mit ihren Baggern statt Bomben und Banzern. Wie schaffte es bloß die DDR, die Flotte wieder hoch zu kriegen. Ich weiß noch, wie meine Mutti, 1946 mit Vati nach Dresden gezogen, immer in der Küche beim Essen kochen usw. rief: "Ich komme", wenn der Dampfer pfiff. Dafür brauchte man keine Mauerfall(€), das hätte die DDR auch alleine geschafft - wenn sie es gewollt hätte. Auch die Flotte hat eine Unterstützung - gerade in diesen Corona-Zeiten verdient! Die Flotte gehört Kulturerbe.
Kommentar von Theodor Berrer
Jeder in Dresden geborene und noch lebt soll 100 EUR spenden. Ich bin dabei.
Kommentar von Gaby Katzschner
Was macht unser Land mit etwas, was seit über 100 Jahren hier zum Bild der Elbe gehört, wie die Frauenkirche zu Dresden. So viel Geld wird sinnlos zum Fenster hinaus geschmissen, aber für ein wirkliches Kulturerbe ist nichts da? Der BER verschlingt Millionen, aber das interessiert ja nicht!! Soll es wirklich geschehen, dass es bald diese schönen Schiffe nicht mehr gibt?! Mit dem Bild der auf der Welt einzigartigen Schaufelraddampfer auf der Elbe bin ich groß geworden und es wäre traurig, dieses Bild nicht mehr sehen zu dürfen und unsere Nachkommen könnten sowas einzigartiges nur noch auf Fotos oder in Filmen erleben.
Hier einzig unser "Sachsenoberhaupt" gefordert!!!