Carola Pönisch

Pilotprojekt »Langschnittfläche«

Dresden. Bunte Wiesen statt kurzer Rasen: Für mehr Artenvielfalt wird jetzt auch der große grüne Mittelstreifen entlang der St. Petersburger Straße durchbrochen für eine Fläche, auf der Rasenmäher nur noch ein- bis zweimal pro Jahr arbeiten.

     Auf dem Mittelstreifen der St.-Petersburger Straße haben Bagger gestern (9. April) eine zwei Meter breite Schneise ins Rasengrün gegrubbert. Hier soll bald eine bunte Wiese wachsen, mit Glockenblumen und Heidenelke, Margeriten und Moschus-Malve, Gelbklee und dem Kleinen Wiesenknopf, um nur einige Arten zu nennen, sowie diversen Gräser. »Zwischen Rathenauplatz und Georgplatz testen wir in einem Pilotprojekt, wie sich Blumenwiesen mitten im Stadtzentrum etablieren können und wie sie sich pflegen lassen. Solche Bienenwiesen sind gut für die Artenvielfalt, insbesondere für Insekten. Wir wollen aber auch sehen, welche Auswirkungen sie auf das Stadtklima und das Stadtbild haben«, umreißt Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen das Vorhaben.

Das Saatgut, das die Landschaftsgärtner des Regiebetriebs Zentrale Technische Dienste ausstreuen, stammt aus dem Projekt »Urbanität und Vielfalt« des Umweltzentrums Dresden. Die neue grün-bunte Mittelinsel wird später nur ein-bis zweimal im Jahr gemäht. Zum Vergleich: Herkömmlicher Rasen wird bis zu zwölf Mal in Jahr gemäht.

Ab Anfang Mai informieren an den Fußgängerüberwegen am Pirnaischen Platz und beim Übergang zwischen Lingnerallee und Rathaus neue Hinweistafeln über das Projekt.

Was sind Langschnittwiesen?

Um dem Klimawandel zu begegnen und die Artenvielfalt in der Stadt zu fördern, hat die Landeshauptstadt Dresden bereits in den letzten Jahren aus einigen klassischen Rasenflächen sogenannte „Langschnittflächen“ gemacht. Auf diesen Flächen wird zwei Mal im Jahr das Gras geschnitten, mit Ausnahme eines zwei Meter breiten Streifens an den Rändern der jeweiligen Flächen. Hier wird das Gras zur Gewährleistung der Verkehrssicherheit dauerhaft kurzgehalten. Im Unterschied zum Pilotprojekt auf der St.-Petersburger-Straße erfolgte keine zusätzliche Einsaat.


Der Umfang der Langschnittflächen auf kommunalen Flächen in Dresden beträgt derzeit rund  375 Hektar; weitere zehn Hektar kommen 2019 dazu, davon rund 4,2 Hektar auf der St.-Petersburger-Straße. Flächen, auf denen „Langschnitt“ praktiziert wird, befinden sich unter anderem auf den Elbwiesen, im Bereich der Elbschlösser, an der Stübelallee, Ammonstraße, Güntzstraße (in Zusammenarbeit mit dem St.-Benno-Gymnasium) und im Räcknitzpark.

Der Pflegeaufwand der sogenannten Langschnittflächen ist anders zu kalkulieren als bei Kurzschnitt. So wird zwar deutlich seltener gemäht, die Mahd dauert jedoch länger, die Beräumung des Mähgutes bringt einen erhöhten Transportaufwand mit sich und es fallen Kosten für die Kompostierung an. Nicht zuletzt ist für Langschnitt geeignete spezielle Mähtechnik notwendig.

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