Carola Pönisch

Hochtechnologie versus Historie

Dresden. Ein Museum mit Bildern und Erklärtafeln daneben war gestern. Heute ist Virtuell Reality das Zauberwort. Die »Festung Xperience« unter der Brühlschen Terrasse bietet das Modernste, was Museum heute zeigen kann.

Wie folgt man heutzutage einem Geist – in diesem Fall dem des ehemaligen Kurfürsten Moritz – auf der Suche nach dem Grund seines Todes? Ganz klar, man setzt sich Kopfhörer auf oder eine sogenannte VR-Brille und reist mit dem Geist in die Vergangenheit. Hört ein Gespräch zwischen Kurfürst Moritz und seinem Architekten, in dem beide den Aufbau der modernen Festungsanlage erläutern, oder findet sich wieder in den Wächterstuben mitten im Alltag des Festungspersonals, lauscht den Fachsimpeleien der Kanonengießer und begleitet Johann Gottfried Böttger, während dieser in der Festung Dresden das erste europäische Porzellan erfindet. Man trifft auf den berüchtigten Räuber Lips Tullian in einer düsteren Gefängniszelle und wird sogar in einen Albtraum  des Kurfürsten hineingezogen, in dem dieser seine Ängste offenbart, die ihn zum Festungsbau animierten.

So geht Museumsbesuch heute, sozusagen 4.0. Keine langweiligen Bilder an Wänden oder Schaustücke in Vitrinen, sondern multimediales Erlebnis heißt der Schlüssel zum Erfolg oder besser für erhoffte hohe Besucherzahlen.  Immersion (zu deutsch eintauchen, einbetten)  heißt das Prinzip, das mit Hilfe modernster audiovisueller Technik umgesetzt wird.

Neue Seh- und Wahrnehmungsmuster

Die neue »Festung Xperience« ist also keine Ausstellung mehr im herkömmlichen Sinne. »Diese Art der Kulturvermittlung ist bisher deutschlandweit einzigartig. Wir gehen damit einen großen Schritt vorwärts in Richtung Zukunft und versuchen, Kultur- und Geschichtsvermittlung modern zu gestalten«, schwärmt Dr. Christian Striefler, Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen. 27 Hochleistungsbeamer projezieren szenische Interpretationen kulturgeschichtlicher Aspekte der Festung Dresden an historische Mauern.

Rund 9,3 Millionen Euro hat der Umbau der Festung unter der Brühlschen Terrasse gekostet. Umgesetzt wurden die Visionen und Ideen der Ausstellungsmacher von der Berliner Firma Tamschick Media + Space GmbH.

Infos

Festung Xperience

* Montag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr, letzter Einlass 16.30 Uhr,
* Eintritt: Erw. 10€ / erm. 7,50€, Inhaber der SchlösserlandKarte haben freien Eintritt,
* Altersempfehlung: ab 12 Jahre

Zwinger Xperience

* »Die Jahrhunderthochzeit« aktuell im Innenhof des Zwingers,
* Montag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr, letzter Einlass 16.45 Uhr,
* Eintritt: 3€, Kinder bis 5 Jahre und Inhaber der SchlösserlandKarte frei

Beide Ausstellungen 24. / 25. / 31. 12. geschlossen, am 1.1.2020 offen

 

 

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.

Zoo bekommt neues Flamingohaus

Dresden. Eines der Wahrzeichen im Zoo Dresden sind die leuchten korallenroten und nicht zu überhörenden Flamingos. 68 erwachsene Kuba-Flamingos leben derzeit im Zoo plus sechs Jungvögel, denn derzeit ist bei den langbeinigen Stelzenvögeln gerade Brutsaison und viele Eier warten in den Bruthügeln noch darauf ausgebrütet zu werden. Ende September wird die gesamte Flamingoschar in eine neue Anlage umziehen. Die entsteht derzeit am ehemaligen Wasservogelteich und wird begehbar sein. Insgesamt 1.550 Quadratmeter stehen den Vögeln dann zur Verfügung. Allein die Wasserflächen der Anlage betragen rund 800 Quadratmeter. In der Mitte der Wasserlandschaft entstehen eine große Brutinsel, die den Tieren viel Sonne und noch bessere Brutbedingungen bietet, und  ein separater Futterteich. Der vorhandene Baumbestand wird erhalten und mittels einer an Pylonen und Stahlseilen abgespannten Netzkonstruktion Teil der neuen Anlage. Die Besucher können die Anlage betreten und über drei Brücken und eine Holzplattform die Tiere beobachten. Der Zugang zur Voliere ist über Schleusen vom Streichelgehege und von der Aravoliere aus geplant. Neben den Kuba-Flamingos werden zwei weitere Tierarten – die Rosalöffler und die Roten Sichler – mit in die neue große Voliere ziehen. Für alle Tiere wird es ein etwa 130 Quadratmeter großes gemeinsames Winterhaus geben, ausgestattet mit einem unebenen Gummifußboden, der dank Erhöhungen und Vertiefungen Lehm, Sand und Matsch nachempfinden soll. Der Neubau soll im September fertig sein und rund 1,6 Millionen Euro kosten. Das Areal, auf dem sich jetzt noch das alte Flamingo-Glashaus und der Teich befinden, wird für den Bau des neuen Orang-Utan-Hauses benötigt.Eines der Wahrzeichen im Zoo Dresden sind die leuchten korallenroten und nicht zu überhörenden Flamingos. 68 erwachsene Kuba-Flamingos leben derzeit im Zoo plus sechs Jungvögel, denn derzeit ist bei den langbeinigen Stelzenvögeln gerade Brutsaison…

weiterlesen