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Carola Pönisch

Wo ein (Eis)Licht aufgeht

Mit Eis im Sommer und Kerzen im Winter wollte Gundi Merker 2009 »was Eigenes« aufbauen. Heute ist das Eiscafé Eislicht eine bekannte Adresse weit über Weinböhla hinaus und Gundi »nur noch« für Buchhaltung zuständig.
Andreas, Gundi und Anke Merker (v.l.). Foto: Pönisch

Andreas, Gundi und Anke Merker (v.l.). Foto: Pönisch

So langsam wird es Zeit, sich auf den Ansturm vorzubereiten. Die Terrasse ist herzurichten, Eis muss portionsweise eingefrostet und Fruchtmus für das laktosefreie und teils vegane Snowice hergestellt werden. Denn sind die ersten Sonnenstrahlen da, geht es hoch her im »Eislicht«. Mit Softeis in der Waffel und Kerzen am Start Das kleine, feine Eiscafé an der Dresdner Straße gibt es am 28. März auf den Tag genau zehn Jahre. Gundi Merker, damals 56 Jahre und arbeitslos, wollte unbedingt etwas zu tun haben. Sohn Andreas hatte die Idee: Im Sommer Eis, im Winter Kerzen verkaufen. Ein Laden gegenüber des Elbgaubades und direkt am Parkplatz eines Discounters stand leer, alles passte perfekt. Der gelernte Maler und geschickte Handwerker Andreas baute die Räume entsprechend aus und kaufte eine Softeismaschine (»so teuer wie ein Kleinwagen«). Was übrigens erst im zweiten Anlauf klappte, denn der erste Anbieter weigerte sich: »Bei dem Standort? Ihr werdet hier kein Eis verkaufen«. Er sollte sich schwer täuschen. Angesichts der langen Schlangen, die sich täglich vor dem Verkaufsfenster bildeten, war schon nach zwei Monaten klar: »Wir brauchen eine zweite Eismaschine«. So lecker das Softeis, so gut der Standort. 2013 musste Andreas wieder bauen. Dort wo Gundi ihre Kerzen anbot, sollte ein Café entstehen. Eisbecher, Kaffee und Kuchen, gemütliches Ambiente – inzwischen konnte sich auch Gundis Tochter Anke vorstellen, im kleinen Familienbetrieb mitzuarbeiten. Heute ist sie eine Meisterin in Kuchen- und Tortenkreationen, ihre Eierschecke, die Windbeuteltorten, der Kalte Hund sind beliebt und begehrt. Kaum stellt sie ihr Tagesangebot auf Facebook, stehen die Kunden vor der Tür. Ein Jahr nach Ankes Einstieg erhielt das Café eine Terrasse, irgendwann kam eine dritte Eismaschine dazu. Die braucht es auch, denn der jungen Frau fallen ständig neue Eissorten ein, es wird probiert, experimentiert und kreiert. Die Softeis-Renner schmecken nach Kaktusfeige, Heidelbeere, Mango oder Joghurt-Aprikose. Mutter Gundi, heute "nur noch" für die Buchhaltung zuständig, sagt »Wir hatten wirklich zehn gute Jahre«. Und steht immer wieder als Retter in der Not im "Eislicht", wenn der Andrang mal wieder zu groß oder eine der Aushilfen ausgefallen ist....


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