Roberto Rink

Vielfalt in Dresdens Museen

Dresden. Seit dem 14. Januar sind die Kultureinrichtungen wieder geöffnet. Die Museen der Stadt Dresden erhoffen sich jetzt wieder höhere Besucherzahlen und haben für dieses Jahr ein abwechslungsreiches Programm geplant.
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Die Technischen Sammlungen Dresden verfügen über eine der ersten Schreibmaschinen der Welt. Insgesamt sind nur drei Exemplare der von Peter Mitterhofer vor 170 Jahren in Südtirol konstruierten Maschinen erhalten geblieben. Ab Oktober 2022 wird sich eine Schau dieser Erfindung widmen.

Die Technischen Sammlungen Dresden verfügen über eine der ersten Schreibmaschinen der Welt. Insgesamt sind nur drei Exemplare der von Peter Mitterhofer vor 170 Jahren in Südtirol konstruierten Maschinen erhalten geblieben. Ab Oktober 2022 wird sich eine Schau dieser Erfindung widmen.

Foto: TSD

Nachdem die Besucherzahlen der Städtischen Museen Dresden im Jahr 2020 coronabedingt dramatisch eingebrochen waren, hat sich die Lage im letzten Jahr leicht entspannt. »Die Entscheidung, seit dem 6. Februar die Öffnung der Kultur von Inzidenzzahlen und Bettenbelegungen loszukoppeln, war wichtig, sonst wäre es unmöglich, dauerhaft belastbar zu planen«, sagt Dresdens Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (LINKE). Das Krisenjahr 2021 haben die Museen aber genutzt, um beispielsweise die Digitalisierung der Sammlungen voranzubringen und sich aktuellen Themen und Fragestellungen zu widmen. Dazu gehört unter anderem die Frage, ob Dresden ein Jüdisches Museum braucht. Im Stadtmuseum Dresden widmet sich die bis zum 31. Dezember 2022 verlängerte Ausstellung »Rethinking Stadtgeschichte: Perspektiven jüdischer Geschichten und Gegenwarten« dieser Thematik.

 

Nachhaltigkeit

 
Auch die Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit rücken in vielen Konzeptionen und Ausstellungen der insgesamt elf städtischen Museen weiter in den Fokus. Wie beispielsweise bei der Ausstellung »Wolke 8« in den Technischen Sammlungen. Das Museum unterstützt zudem ein Projekt in Kooperation mit dem Kunsthaus Dresden, dem Kleingartenverein »Flora1« in Striesen und der TU Dresden. Dabei können Gärtner und Besucher erleben, wie mit Pflanzenkohle ein Kleingarten zu einem CO2-Speicher wird. Das Kunsthaus Dresden befasst sich ebenso mit der Zukunft der »robotron-Kantine« (CAMPUS KANTINE, 10. März bis 27. November 2022). In der »robotron-Kantine« werden zudem vier Ausstellungen und Kooperation zu sehen sein. Noch bis zum 3. Juli 2022 können sich Spiele-Freunde auf die Ausstellung »Let’s play! Dem Spiel auf der Spur« im Stadtmuseum freuen. Dabei wird die Schau selbst zum Spiel, bei dem die Besucher sieben Level zu bewältigen haben. Ab Herbst 2022 widmet das Stadtmuseum eine Ausstellung einem der bedeutendsten deutschen Architekten der ersten Hälfe des 20. Jahrhunderts: Heinrich Tessenow (1856-1950), Erbauer des »Festspielhauses Hellerau«. In der Städtischen Galerie wird unter anderem das künstlerische Werk von Angela Hampel zu sehen sein (21. Mai bis 11. September 2022). Sie gilt als eine der bedeutendsten Malerinnen der BRD.

 

Erste Schreibmaschine

 
In den Technischen Sammlungen Dresden wird eine der ersten Schreibmaschinen der Welt und die Geschichte seines Erfinders ab Oktober 2022 per Virtual Reality erlebbar sein. Peter Mitterhofer aus Südtirol konstruierte vor 170 Jahren die wohl ersten Schreibmaschinen der Welt. Im Leonhardi-Museum werden unter anderem Kunstwerke von Henriette Grahnert (24. September 2022 bis 8. Januar 2023) zu sehen sein. Das Carl-Maria-von-Weber-Museum widmet dem Weber-Sohn Max Maria von Weber anlässlich seines 200. Geburtstages eine Ausstellung (13. Februar bis 25. September 2022). »Stimmungsvolles Krakau in Malerei und Fotografie« heißt eine Exposition im Kraszewski-Museum, welche noch bis zum 6. März bestaunt werden kann. Im Kügelgenhaus steht dieses Jahr der 250. Geburtstag seines Namensgebers Gerhard von Kügelgen an. Eine Ausstellung wird sich dabei auch mit dem Mord an dem Maler vor etwa 200 Jahren am Waldschlösschen befassen. Im Palitzsch-Museum werden Besucher zu Archäologen, die ab Ostern bei der Freilegung der Grundmauern des Prohliser Schlosses mithelfen können. Ab Ostern wird mit dem Schillerhäuschen auch das kleinste Museum der Stadt wieder seine Pforten öffnen.


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