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Streik gegen GEMA-Gebühren

Dresden/Pirna. Private Weihnachtsmärkte in Dresden und Pirna beteiligen sich am Montag am "Tag der Stille" - eine Protestaktion deutscher Weihnachtsmärkte gegen enorm steigende GEMA-Gebühren.
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Auch der Augustusmarkt in Dresden beteiligt sich an der Aktion.

Auch der Augustusmarkt in Dresden beteiligt sich an der Aktion.

Foto: Branczeisz

Mit einem "Tag der Stille" protestieren deutschlandweit Weihnachtsmärkte am Montag (4.12.) gegen die enorm gestiegenen GEMA-Gebühren. Einen Tag lang wird es auf den Märkten keine Hintergrundmusik geben und auch keine Bühnenprogramme mit musikalischer Unterrahmung. Als Zeichen gegen die hohen Musikgebühren, die auch auf Weihnachtsmärkten für die Nutzung von GEMA-pflichtiger Musik erhoben werden, bleibt es zum Beispiel auf den Weihnachtsmärkten in Leipzig, Hannover, Erfurt, Magdeburg und Rostock still.

Auch die vier großen privaten Dresdner Konzessionsmärkte sowie der Pirnaer Weihnachtsmarkt begrüßen die Protestaktion und teilen unisono die Kritik. Der Augustusmarkt, der Advent auf dem Neumarkt sowie der Romantische Weihnachtsmarkt am Taschenberg in Dresden sowie der Canalettomarkt in Pirna verzichten am Montag auf musikalische Darbietungen und zentrale Hintergrundmusik und zeigen sich solidarisch. "Auch bei korrekter Anmeldung der Flächen und des Umfangs, was bei den privaten Weihnachtsmärkten schon immer der Fall ist, müsse man die Frage nach der Angemessenheit der Gebührenhöhe dringend stellen," hieß es in einer am Sonntag in Dresden verbreiteten Erklärung.

"Oft werden tausende Euro fällig, nur weil aus ein paar Lautsprechern ein wenig Musik beiläufig und fernab von Konzert - oder Radioqualität zu hören ist. Und wenn inzwischen die GEMA-Gebühren im fünftstelligen Bereich angekommen sind und sogar die Kosten für ein wertiges Bühnenprogramm inklusive Künstlerhonorare bei weitem übersteigen, stellt sich durchaus die Frage, ob es hier nicht zu einer Schieflage in der Gebührenstruktur gekommen ist.

Es ist jedenfalls alarmierend, wenn Weihnachtsmärkte zunehmend auf umfangreiche Bühnenprogramme verzichten und Musik von den Märkten verbannt wird. Schließlich ist die deutsche Weihnachtsmarktkultur ein weltweites Aushängeschild und ohne Musik nicht denkbar", sagte Matteo Böhme, Vorsitzender des Arbeitskreises Eventwirtschaft bei der IHK Dresden und Betreiber zweier großer Weihnachtsmärkte.


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