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#SchüttelMichNicht

Dresden. Am Uniklinikum Dresden klärt eine neue Puppe über die Gefahren des Schütteltraumas bei Säuglingen auf. Eltern werden hier speziell für Stresssituationen geschult.

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Diplom-Psychologin Josephin Jahnke vom FamilieNetz schult eine Mutter von zu früh geborenen Zwillingen.

Diplom-Psychologin Josephin Jahnke vom FamilieNetz schult eine Mutter von zu früh geborenen Zwillingen.

Foto: Uniklinikum Dresden / Holger Ostermeyer

Krank oder zu früh geborene Babys schreien aufgrund ihrer Unreife häufig und lange und sind nur schwer zu beruhigen. Damit Eltern lernen, mit dieser Stresssituation zurechtukommen und nicht überzureagieren, werden sie am Perinatalzentrum des Universitäts-Kinder-Frauenzentrums am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden vom FamilieNetz geschult. Dabei kommt eine neue Simulationspuppe zum Einsatz, die die lebensbedrohlichen Folgen des heftigen Schüttelns bei Neugeborenen anschaulich demonstriert. Ihre Anschaffung war dank der Initiative #SchüttelMichNicht der Babylotsen der Charité – Universitätsmedizin Berlin und dem German Council of Shopping Places möglich.

 

Lebensgefahr für Säuglinge

 

»Keine Mutter, kein Vater will seinem Baby schaden. Und doch passiert es immer wieder«, erklärt Josephine Jahnke. Die Diplom-Psychologin arbeitet im FamilieNetz, einem Versorgungsbereich, der in der Universitäts-Kinderklinik insbesondere für die psychosoziale und spezielle pflegerische Begleitung von Familien zu früh oder krank Neugeborener zuständig ist. »Wir schätzen, dass in Deutschland jedes Jahr bis zu 200 Kinder aufgrund eines Schütteltraumas in eine Klinik gebracht werden. Die Dunkelziffer liegt vermutlich doppelt so hoch. Zwischen zehn und 30 Prozent davon überleben die dabei entstandenen Hirnverletzungen nicht.«

Beim Schütteln schleudert der Kopf unkontrolliert hin und her. Der Säugling kann – wegen seiner schwachen Nackenmuskulatur – den Kopf nicht allein halten. Die gewaltsamen Bewegungen führen dazu, dass das Gehirn im Schädel hin- und hergeworfen wird. Dabei können Nervenbahnen und Blutgefäße reißen. Äußerlich sind diese Verletzungen oft nicht sichbar.


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