Carola Pönisch

Grabungen Pfarr-/Schreibergasse: Nichts Spektakuläres

Zwischen Pfarrgasse und Schreibergasse will die Fa. Revitalis Real Estate 213 Wohnungen bauen. Von Februar bis Ende Mai führte das Landesamt für Archäologie Sachsen hier routinemäßige Ausgrabungen durch.
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Das Altstadtquartier zwischen Pfarr- und Schreibergasse als Teil der Dresdner Altstadt gilt als archäologisches Denkmal. Bis zu seiner Zerstörung im Februar 1945 war das Areal dicht bebaut, doch reicht seine Geschichte bis weit in die Anfänge Dresdens zurück. Grund genug für Sachsens Archäologen, vor Baubeginn noch einmal in die Tiefe zu gehen. „Spektakuläres haben wir nicht zutage gefördert, die Keller wurden nach der Zerstörung 1945 alle leergeräumt", sagt Dr. Thomas Westphalen vom Landesamt für Archäologie.

Die jetzt vorgefundenen Reste der freigelegten Keller und Grundmauern datieren aus der Zeit des 14. bis 18. Jahrhunderts, einige Schichten sogar aus der Zeit von 1200. Nur eine kleine gemauerte Ausbuchtung am Haus Schreibergasse 11, dem ehemaligen Pfarrwitwenhaus, gibt den Experten Rätsel auf: „Wir wissen nicht, wozu die da war."

Das 3.140 m² große Grundstück im Herzen der Altstadt wird künftig wieder bebaut. Die Revitalis Real Estate will hier ein Wohnquartier mit 213 Mietwohnungen bauen. Davon entstehen 15 Prozent für den öffentlich-geförderten Wohnungsbau. Im Erdgeschoss sind teilweise Gewerbeflächen und Gastronomie von rund 290 m² vorgesehen, die Tiefgarage wird 120 Stellplätze fassen. Voraussichtlich erfolgt der Baustart Ende dieses Jahres, die Fertigstellung ist für das erste Quartal 2020 geplant. Die Überreste aus längst vergangenen Zeiten, die jetzt freigelegt wurden, werden dann verschwunden sein.  Bis auf den Keller des Pfarrwitwenhauses auf der Schreibergasse werden alle anderen Kellerreste abgerissen. Bei Revitalis Real Estate sitzen derweil die Planer über den Bauplänen und tüfteln, wie die überaus sauber gemauerten Überreste der Schreibergasse 11 erhalten bleiben und in den Neubau integriert werden können. "Eine besondere Nutzung wird es dann allerdings nicht geben", ist sich Thomas Cromm, Vorstand bei Revitalis, sicher.