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Balsam für die Schwebebahn

Noch bis Ostern wird in der Dresdner Schwebebahn eine neue Steuer- und Antriebstechnik eingebaut. Zudem werden die Wagen erneuert. Das wohl wichtigste Bauteil bekommt unterdessen eine ganz spezielle Behandlung – mit Dresdner Patent.
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Es ist 398 Meter lang, 38 Millimeter dick und hält das 16-Fache von dem, was es tragen müsste. Das Stahlseil der Dresdner Schwebebahn, ist nicht nur das letzte seiner Art aus sächsischer Produktion, sondern auch schon seit 2002 im unermüdlichen Einsatz. „Damit es nicht bricht bzw. reißt oder sonstigen Schaden nimmt, muss es geschmiert werden“, erklärt Lars Seiffert, Vorstand der Dresdner Verkehrsbetriebe. Seit Jahren arbeiten die DVB in dieser Angelegenheit mit dem Schmierstoffexperten „Elaskon“ zusammen. Der Dresdner Traditionsbetrieb ist Experte auf dem Gebiet, liefert Schmierstoffe beispielsweise für die Seilbahnen am Mont Blanc und am südafrikanischen Tafelberg. Brückenseile in Venedig und Verankerungen von Bohrinseln auf hoher See werden ebenfalls mit „Elaskon“-Produkten geölt. Die Standseilbahn ist also ein Heimspiel, ein schönes noch dazu, denn der Prototyp des Drahtseilschmierstoffs wurde vor 60 Jahren in Dresden patentiert und löste damals eine kleine Revolution im Bergbau aus, in dem bis dato Schmierstoffe für Korrosionsschutz nicht erlaubt waren. Unterdessen kommen auch die Arbeiten an der Steuer- und Antriebstechnik des technischen Denkmals gut voran. So müssen u.a. analoge gegen digitale Bauteile ausgetauscht werden, weil es zuletzt für die alte Technik keinen Ersatz mehr gab. Außerdem werden die Wagen mit einer Gegensprechanlage sowie schwerentflammbarem Interieur ausgestattet. Gesamtkosten für das Schwebebahn-Update: 600.000 Euro (450.000 Euro vom Freistaat). Ostern soll sie wieder schweben, wie geschmiert.