Carola Pönisch

Abizeit im wilden Wiedervereinigungsjahr

Neun Klassen legten 1990 an der damaligen EOS „Friedrich Engels“ ihr Abitur ab. 25 Jahre später treffen sich die „Ehemaligen“ wieder. Doch sie wollen nicht nur feiern...

Der altehrwürdige Bau aus dem Jahr 1896 auf der Kantstraße im Stadtteil Plauen strahlt etwas Imposantes aus. Einst als Lehrerseminar zur Ausbildung von Volkslehrer gegründet, wurden hier seit 1922 Söhne und Töchter aus Plauen zum erweiterten Schulabschluss geführt. Eine der bekanntesten der Gegenwart dürfte Stephanie Stumph sein. aber auch Aline Fiedler und Torsten Herbst, beide heute in der Landespolitik tätig, legten hier ihr Abi ab.

Am kommenden Samstag wird sich gleich ein ganzer Abitur-Jahrgang an früheres Pauken, Mathearbeiten und Aufsätze, Lehrer und natürlich Prüfungen erinnern. Dann nämlich treffen sich ehemalige Schüler der neun Klassen F1 bis E7, um ihren persönlichen 25. Jahrestag (der Abiprüfung) zu feiern. „Wir rechnen mit mindestens 80 Ehemaligen", sagt Olaf Neumann, einer der Organisatoren.

Doch einfach nur feiern, klönen und in Erinnerung schwelgen? Dem Team um Olaf Neumann ist das zu wenig. „Wir wollen Geld sammeln und dem Förderverein spenden, denn ohne ihn gäbe es vieles nicht."

Der Förderverein, der 1992/ 93 wieder ins Leben gerufen wurde, zählt derzeit 522 Mitglieder. Und die tun viel für ihre Schule, die am 18. Mai nächsten Jahres 120. Geburtstag und am 23. Juni ein großes Schulfest feiert. Mit Spenden und Mitgliedsbeiträgen wurden im Laufe der Jahre zahlreiche Lehrmittel zum Beispiel für den Physik-, Chemie- und Astronomie-Unterricht angeschafft, darunter Beamer für die Präsentation des Lehrstoffes oder ein neues Fernrohr, das im Zuge der Neugestaltung der schuleigenen Sternwarte gekauft werden konnte. Dank des Fördervereins konnten aber auch die Jehmlich-Orgel in der Schule saniert, die Aula mit digitaler Licht- und Tontechnik ausgestattet, der Schulclub renoviert, die Schulbibliothek modernisiert, ein Lesecafé eingerichtet sowie Tischtennisplatten und ein Trinkbrunnen abgeschafft werden. Außerdem sorgt der Verein für finanzielle Zuschüsse bei Klassenfahrten, die Ausgestaltung der jährlichen Abituriententreffen mit 50. und 60. Abi-Jubiläum und die „Plauenschen Abende" zu verschiedenen Themen.

„Deshalb hoffen wir, dass möglichst viele ehemalige Schüler des Abijahrgangs 1990 kommen und auch spendabel sind", sagt Olaf Neumann, „denn so können wir unserem Gymnasium etwas zurückgeben."


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