Sandro Paufler

High-Tech-Batteriewerk möchte erweitern

Großröhrsdorf. Die estnische Firma Skeleton kommt an seine Kapazitätsgrenzen. Deswegen sollen ein neuer Standort gebaut und neue Mitarbeiter eingestellt werden

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Am Großröhrsdorfer Standort werden die innovativen Energiespeicher der Firma Skeleton im Drei-Schicht-
System hergestellt.

Am Großröhrsdorfer Standort werden die innovativen Energiespeicher der Firma Skeleton im Drei-Schicht- System hergestellt.

Foto: Sandro Paufler

Als der Skeleton-Mitgründer Taavi Madiberk im Jahre 2016 das erste Mal die ehemalige Photovoltaikfabrik in Großröhrsdorf besuchte, war er sofort von dem Potential des Standortes überzeugt. Er behielt recht. Die estnische Firma Skeleton hat sich der Energiespeicherung verschrieben und die Halle im Großröhrsdorfer Gewerbegebiet in kürzester Zeit zu einem High- Tech-Produktionsstandort umgebaut.

Über 130 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter produzieren jährlich im Durchschnitt zwei Millionen Ultra-Kondensatoren für die Industrie.

 

Hier entstehen moderne Energiespeicher

 

Doch was produziert die Firma Skeleton genau? Im Werk werden patentierte Ultra-Kondensatoren hergestellt. Das sind Energiespeicher, die schneller Energie aufnehmen und abgeben können, als herkömmliche Batterien. Sie haben also ein ganz spezielles Anwendungsgebiet, beispielsweise bei Straßenbahnen, die in kürzester Zeit aufgrund der freigegebenen Energiemenge schnell beschleunigen und sich durch die Bremsenergie wieder rasch aufladen können. Auch in Windrädern, Fahrstühlen oder in Gabelstapler finden die Ultra-Kondensatoren Verwendung. Sogar in den Weltraum hat es ein Produkt der Firma Skeleton geschafft. »Ein weiterer Vorteil ist, dass diese Technologie keine kritischen Rohstoffe wie Kobalt oder Graphit benötigt«, sagt der Vize Präsident Dr. Sebastian Pohlmann beim Rundgang durch die Produktionshalle.

 

Skeleton sucht neuen Standort

 

High-Tech Firmen wie Skeleton sind im Freistaat Sachsen gern gesehen. 51 Millionen Euro Fördergeld erhielt das Unternehmen von Bund und Land zugesichert, um weitere Innovationen auf den Weg zu bringen. Davon konnten sich der CDU-Staatsminister für Wissenschaft, Sebastian Gemkow, und der CDU-Landtagsabgeordnete Aloysius Mikwauschk vor Ort bereits überzeugen. Doch das Werk in Großröhrsdorf, wo Forschung, Entwicklung und Produktion angesiedelt sind, kommt an seine Kapazitätsgrenze. Deswegen möchte die Unternehmensführung eine weitere Zellfertigung errichten, die 20 Mal größer sein soll als der jetzige Standort. Wo genau, ist noch unklar. Angedacht ist ein weiterer Standort in Großröhrsdorf, in der Umgebung oder anderswo in Sachsen.

 

Neue Fachkräfte gesucht

 

Darüber hinaus werden aktuell 30 neue Mitarbeiter im Ingenieurbereich und der Produktion gesucht.

 

500 Milliarden Euro Marktpotential

 

Das Potential im Bereich Energiespeicherung ist groß, das bestätigt auch der Skeleton- Mitgründer Taavi Madiberk im Januar in einem Interview: »Wir sehen ein Marktpotenzial von 500 Milliarden Euro.«