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Wieder Brandstifter im Nationalpark unterwegs

Trotz Waldbrandstufe 3 wurde erneut munter drauf los gezündelt
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Es ist Schwerstarbeit für  die Feuerwehrleute und die Nationalparkwacht  im Gelände Brände zu bekämpfen.       Foto: Hille

Es ist Schwerstarbeit für die Feuerwehrleute und die Nationalparkwacht im Gelände Brände zu bekämpfen. Foto: Hille

„Wir haben wieder einen Waldbrand, der von einer Feuerstelle ausgegangen ist“. So als hätte er es erwartet, informierte Maik Hille, Leiter der Nationalparkwacht in Schmilka, dass erneut Brandstifter unter den tausenden vernünftigen Besuchern gewesen sind. Wie schon  2015 und 2014 zogen sich Menschen mit zweifelhaftem Naturverständnis bei Waldbrandwarnstufe 3 im Nationalpark Sächsische Schweiz auf ein abgelegenes Riff in der Nähe der Schrammsteinkette zurück und zündeten dort mitten in der geschützten Vegetation ein Feuer an. Sie löschten das Feuer nur unzureichend ab und verschwanden. „200 qm Beerstrauchheiden sind vernichtet. In der Nähe brütete noch vor kurzem ein Wanderfalkenpaar. Darüber stehen die verbrannten Skelette von Birken und charakteristischen Riffkiefern - einige von ihnen  schon über 100 Jahre alt“, konstatiert Maik Hille. Die Feuerwehrleute allen voran die Bad Schandauer Feuerwehr und Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung überlegten  nach langjähriger leidvoller Erfahrung, wie das Feuer am besten bekämpft werden kann. Vier Kilometer Schlauchleitung wären   erforderlich gewesen, was sich als technisch nicht machbar herausstellte. So schleppten Feuerwehrleute und Nationalparkwacht über unzumutbar lange Strecken bis zu 30 Kilogramm schwere Behälter mit Löschwasser zum Brandherd. Damit ließ sich das Feuer  jedoch nicht wirksam eindämmen. Um ein weiteres Ausbreiten zu verhindern, haben Stadtverwaltung  und Nationalparkverwaltung sich zu einem erneuten teuren Hubschraubereinsatz wie bereits 2015 entschließen müssen. Die Nationalparkverwaltung bittet Zeugen, die eventuell Hinweise zu Verursachern des Brandes geben können, sich zu melden.  Den Brandstiftern drohen erhebliche Geldstrafen und  die Kosten der Löscharbeiten.„Eigentlich ist es eine Selbstverständlichkeit, im Wald zu keiner Zeit Feuer anzuzünden. Aber anscheinend muss man wieder auf  das gesetzliche Feuerverbot überall im Wald hinweisen“, betont Nationalparkleiter Dr. Dietrich Butter. Allein 2016 musste die Nationalparkwacht 380 illegale Feuerstellen festestellen. „Für solcher Art zerstörerischen Naturerlebens fehlt mir jegliches Verständnis“, so Dr. Butter.                          (caw)