rob

Wie malte Canaletto?

Pirna. Pirna feiert in diesem Jahr 300 Jahre Canaletto. Um die Malweise des Künstlers zu vermittelen, wurde StadtMuseum mit »Camerae obscurae« ausgestattet.

Bilder
Museumspädagogin Gerburg Sturm präsentiert die 25 Camarae obscurae, welche dem Stadtuseum Pirna auf Initiative des Canaletto Forum e.V. und unter Förderung der Sparkasse gestiftet worden sind.

Museumspädagogin Gerburg Sturm präsentiert die 25 Camarae obscurae, welche dem Stadtuseum Pirna auf Initiative des Canaletto Forum e.V. und unter Förderung der Sparkasse gestiftet worden sind.

Foto: R. Rink

Kein anderer Maler prägte das Bild Pirnas so wie der venezianische Maler Bernardo Bellotto (1722-1780), genannt Canaletto. Zwischen 1753 und 1756 schuf der italienische Künstler, der wenige Jahre zuvor an den Hof des sächsischen Kurfürsten Friedrich August II. geholt worden war, elf Veduten von der Sandsteinstadt.

 

Camerae obscurae für StadtMuseum

 

Damit auch die heranwachsende Generation mit dem für die Elbestadt identitätsstiftenden Werk Canalettos vertraut gemacht werden kann, bekam das StadtMuseum jetzt 25 Camerae obscurae (lateinischer Plural von Camera obscura) zur Verfügung gestellt, die am 28. Juni offiziell übergeben worden sind. Veranlasst wurde die Schenkung vom Canaletto Forum Pirna e.V., die einen Förderantrag bei der Ostsächsischen Sparkasse Dresden stellten. Der 1997 gegründete Verein bemüht sich aktiv um das kunstgeschichtliche Gedächtnis der Stadt. Mit Hilfe dieser Fördermittel sowie Geldern des Vereins konnte von Handwerksbetrieben der Stadt ein Schüler-Klassensatz der Kameras gebaut werden. Konstrukteur und Erbauer der Kameras ist Georg Brückner von Reuscher Optik Pirna.

 

Eine Camera obscura besteht aus einem lichtdichten Kasten, in den durch ein schmales Loch das Licht einer beleuchteten Szene auf die gegenüberliegende Rückwand trifft. Auf der gläsernen Rückwand entsteht ein auf dem Kopf stehendes und seitenverkehrtes Bild dieser Szene, welches nun mittels Transparentpapier skizzenhaft übertragen werden kann. Damit können beispielsweise Schülergruppe auch praktisch mit der künstlerischen Herangehensweise Canalettos, der sich über diese Camera die schönsten Motive erschloss, vertraut gemacht werden und selbst nach den passenden Szenerien in und ums StadtMuseum Ausschau halten.

 

Kurse starten in Sommerferien 2022

 

In den Sommerferien 2022 werden die Camerae dann erstmalig zum Einsatz kommen und in Zukunft auch für fächerübergreifende Unterrichtsprogramme eine wertvolle Ergänzung zur Theorie darstellen. Schon jetzt im Vorfeld des Angebotes haben sich drei Klassen angemeldet. Damit bekommt die noch bis zum 25. September im StadtMuseum gezeigte Sonderausstellung »Canalettos Blick«, die sich dem Schaffen des Venezianers anhand exemplarischer Exponate widmet, eine praktische Komponente der Museumspädagogik. Ein Nachbau der Camera obscura Canalettos ist ebenso Bestandteil der Ausstellung.

 

Gerburg Sturm, die Museumspädagogin des StadtMuseums Pirna, ist sichtlich stolz diese Camerae obscurae für ihre Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zur Verfügung gestellt bekommen zu haben. Am Tag der feierlichen Übergabe lädt sie die Anwesenden zum Ausprobieren der »Lochkameras« ein, passt aber minutiös auf die handwerklich gefertigten Kästen auf.

 

Auch der Tag der Kunst am ersten Juliwochenende und die Schaufensterausstellung »Canalettos Erben« werden ganz im Zeichen des Malers stehen.

 

Die Nutzung der Camerae obscurae im StadtMuseum ist Gruppen nach vorheriger Anmeldung vorbehalten: Tel.: 03501 556-461; E-Mail: stadtmuseum@pirna.de