Ulrich Nelles/ck

Wenn das Windbergdenkmal dunkel bleibt

Freital. Die Freitaler Verwaltung setzt an vielen Stellen im gesamten Stadtgebiet Energiesparmaßnahmen um - viele kleine Stellschrauben führen hier zum Erfolg.

Bilder
Netzmonteur Martin Köhler von den Freitaler Stadtwerken sorgt im Gebiet Kleinnaundorf dafür, dass bei der Straßenbeleuchtung die Leistung reduziert wird.

Netzmonteur Martin Köhler von den Freitaler Stadtwerken sorgt im Gebiet Kleinnaundorf dafür, dass bei der Straßenbeleuchtung die Leistung reduziert wird.

Foto: Nelles

»Wir müssen uns mit den steigenden Energiekosten auseinandersetzen. Das bedeutet einerseits, die zu erwartenden Mehrkosten aufzufangen und andererseits, das Leben in unserer Stadt ohne große Einschnitte weiter zu gestalten«, macht Freitals Erster Bürgermeister Peter Pfitzenreiter deutlich. So setze die Stadt vom Bundeskabinett geforderte Einsparmaßnahmen schrittweise um.

Sichtbar wird das für die Bewohner in diesen Tagen daran, dass öffentliche Gebäude und Denkmäler nachts nicht mehr angestrahlt werden. »Dazu zählen das Windbergdenkmal und die Kirchen«, so Matthias Leuschner, Geschäftsführer der Freitaler Stadtwerke. Ebenso sei auf Schloss Burgk eine Reduzierung der Illuminierung auf ein sicherheitsrelevantes Niveau angestrebt. »Wir sehen uns da auch in einer Art Vorbildrolle für private Haushalte, ebenfalls etwas weniger Strom zu verbrauchen«, so Matthias Leuschner weiter.

 

Kleine Maßnahmen, großer Spar-Erfolg

 

Da das Unternehmen für die öffentliche Beleuchtung in Freital zuständig ist, habe man zusammen mit der Stadtverwaltung nach Möglichkeiten zur Einsparung gesucht. »So werden sämtliche Straßenlampen nachts im gesamten Zeitraum gedimmt – natürlich im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten.« Neuere LED-Lampen können so um 50 Prozent, herkömmliche Leuchten um 30 Prozent gedimmt werden. Viele kleine Maßnahmen im Stadtgebiet würden in der Summe zu Einspareffekten führen.

Darüber hinaus will die Freitaler Stadtverwaltung weitere Maßnahmen in ihrem Bereich umsetzen. So sollen künftig in öffentlichen Gebäuden keine Treppenhäuser, Flure, Lager- oder Technikräume mehr beheizt werden, Anlagen für Warmwasser wie Durchlauferhitzer und Boiler nicht dauerhaft betrieben werden. Die Raumtemperaturen in Schulen und Kindertagesstätten werden von den Regelungen zunächst nicht betroffen sein, heißt es aus der Stadtverwaltung. »Allerdings prüfen wir Einsparmöglichkeiten, wo etwa Beleuchtungen angepasst oder reduziert werden können«, so Peter Pfitzenreiter weiter. Das gelte beispielsweise bei Turnhallen für die Temperaturregulierung außerhalb ihrer Nutzungszeiten.

 

Energiesparen ist kein Neuland

 

Wer genau hinschaut, wird weitere Auswirkungen der Sparvorgaben im Stadtgebiet bemerken. So wurden Freitaler Brunnenanlagen bereits Mitte September winterfest gemacht und Klimaanlagen abgeschaltet. »Bei den Ampeln strebt die Stadt eine zeitnahe Umrüstung der restlichen Anlagen auf energiesparende LEDs an«, so der Erste Bürgermeister. Bisherige Betriebszeiten würden aber beibehalten – an Unfallschwerpunkten leuchten die Ampeln auch weiterhin dauerhaft. Überdies laufe eine Betrachtung kommunaler Flächen oder Gebäude hinsichtlich der Ausstattung mit Solaranlagen.

Für Jörg Schneider, Geschäftsführer der Technischen Werke Freital, ist Energiesparen schon seit Jahren kein Neuland mehr. »Seit 2008 haben wir die Nutzung von Solarthermie forciert und Blockheizkraftwerke in Betrieb genommen.« Die Technischen Werke betreiben neben Sportstätten und Freibädern das Freizeitzentrum »HAINS« mit Schwimmhalle, Tennisplatz, Fitness- und Saunabereich sowie einer Bowlingbahn. »Gerade erst haben wir die Beleuchtung im Hains auf LED-Technik umgestellt und sparen so Strom.« Überlegungen, aus Sparsamkeit etwa die Wassertemperatur im Bad zu senken, erteilt Jörg Schneider eine Abfuhr. »Das ist nicht geplant – wir wollen doch keine Besucher verlieren.«