df/ck

Skulpturen des Barockgartens in Not

Pirna / Heidenau / Rabenau. Der Rabenauer Künstler Olaf Klepzig will in seiner Ausstellung auf die Naturzerstörung durch den Industriepark Oberelbe (IPO) aufmerksam machen.

Bilder

Olaf Klepzig, Bildhauer, Maler und Gestalter aus Rabenau, fertigt seit 2020 Malereien von Skulpturen im historischen Barockgarten Großsedlitz an und verewigt Ansichten der Anlage in Heidenau, die als eine der authentischsten Barockanlagen und Zeugnis für französische Gartenbaukunst gilt, mit Farbe und Pinsel. Jetzt präsentiert er seine Werke erstmals in einer Ausstellung unter dem Titel »Laute Musik. Die Skulpturen des BAROCKGARTEN IN NOT«. Sie ist bis zum 10. Oktober in der Mägdleinschule Pirna (Kirchplatz 10) zu sehen. Geöffnet ist dienstags bis donnerstags von 14 bis 17 Uhr.

Der 59-Jährige will mit dieser Ausstellung aber nicht nur seine Kunst der Öffentlichkeit präsentieren, sondern auch auf ein gewaltiges Industrieprojekt aufmerksam machen, das unweit des Barockgartens – quasi in seiner »denkmalgeschützten Umgebung« – entstehen soll: den Industriepark Oberelbe (IPO). Gegen dieses Vorhaben stellt sich Klepzig vehement. Aber nicht, weil er grundsätzlich gegen Industrie sei, sondern er habe etwas dagegen, dass beispielsweise unbedacht Natur zerstört wird, obwohl es in der Region noch genügend Brachflächen gebe. Er lehnt es ab, dass immer mehr wertvolles Ackerland bebaut und versiegelt wird, selbst wenn Ausgleichsmaßnahmen getroffen würden. Oder – wie in diesem Fall – die Kaltluft- bzw. Frischluftschneise ins Elbtal abgeschnitten würde. »Zu einem 300 Jahre alten barocken Garten passt keine Industrie«, argumentiert der Maler. »Und die Umgebung eines solchen historischen Denkmals gehört nunmal mit dazu.«

Übrigens: Den Titel der Ausstellung hat Klepzig bewusst gewählt. Es sei der Kontrast zur »Stillen Musik«, der Treppenanlage im Barockgarten Großsedlitz. »Der wunderschöne Garten mit seiner Vegetation, den Bäumen, den Hecken, den Springbrunnen und Skulpturen kann sich nicht gegen das Bestreben der Planer wehren. Wir als bedachte Menschen müssen uns dagegen aufrichten.«