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„Schichtwechsel“ auf der Felsenbühne

Europas schönste Naturbühne im Kurort Rathen hatte in diesem Jahr unerwartete Konkurrenz
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Als am 14. Mai mit „Winnetou I" die 80. Spielsaison auf der Felsenbühne Rathen eingeläutet wurde, hofften alle auf einen gut gestimmten Wettergott, denn Wetterkapriolen können Aufführungen auf einer Naturbühne regelrecht verhageln. Und damit hatte auch Rathen schon schlimme Erfahrungen gemacht. „Vor ein paar Jahren mussten wir sieben Aufführungen absagen. Im vorigen Jahr dagegen keine einzige. Das hat sicher auch zu dem tollen Besucherergebnis von 76.000 beigetragen. Und 2016 hatten wir bis jetzt Glück. Bisher gab es nur drei Ausfälle. Wir hoffen, dass es keine bösen Überraschungen mehr gibt", so Landesbühnensprecherin Petra Grubitzsch. Immerhin wurden nach der Halbzeit der Saison am 19. Juli schon 27.700 Besucher gezählt. „Das sind exakt so viele wie im vorigen Jahr und da gab es keine Ausfälle. Das könnte ein gutes Endergebnis werden", ist Felsenbühnenchef Andreas Gärtner optimistisch. Das erfolgreichste Stück ist bis jetzt „Winnetou" mit 900 Zuschauern im Durchschnitt. Probleme oder besser gesagt Konkurrenz hatte die Felsenbühne im Sommer noch von ganz anderer Seite: die Fußball-Europameisterschaft. „So etwas lässt sich nicht beeinflussen. Wir spürten das an den Besucherzahlen bei etlichen Spielen, aber ganz besonders beim Halbfinale Deutschland-Frankreich. Da waren nur rund 300 Zuschauer beim ‚Glöckner von Notre Dame‘. Und das ist sonst ein ‚Renner‘. Aber damit muss man leben. Das Programm wird ja fast ein Jahr vorher zusammengestellt und da kannte noch keiner die Ansetzungen", sieht es Petra Grubitzsch realistisch. Umso zufriedener sind die Landesbühnen mit der Resonanz auf das diesjährige Programm, besonders die beiden Premieren „Momo" – ein Tanzspiel und „Die Zauberflöte" kamen gut an. Mit „Momo" setzen die Landesbühnen wieder auf ein Familienstück wie schon bei „Aschenbrödel" oder „Schneeweißchen und Rosenrot", die auch in diesem Jahr wieder gespielt werden. In der Geschichte des Waisenmädchens Momo beziehen die Theaterleute auch die Natur- und Felsenwelt im Wehlgrund ein. Das Bühnenbild zeigt ein altes Eisenbahnviadukt und die grauen alten Herren, die Zeitdiebe, seilen sich von Felsen ab, was im Theater nicht möglich wäre. Und auch bei der zweiten, sehr erfolgreichen Premiere der „Zauberflöte", einer Oper, hat Regisseur und Dirigent Jan Michael Horstmann eine sehr lebhafte, teils spektakuläre Inszenierung auf die Bühne gebracht. Gleich drei Pferde haben da ihren Auftritt. „Die drei Dienerinnen des Sarastro kommen auf dem Reitweg lang geritten. An der Bühne steigen sie dann aber ab. Das ging nun wirklich nicht. Aber für die drei Sängerinnen war das etwas völlig Neues, im Theater nicht vorstellbar. Vorher haben sie etliche Reitproben absolviert und das wirklich mit Bravour gemeistert", freut sich Petra Grubitzsch. Und ganz besonders romantisch wird es, wenn die Königin der Nacht auf dem Max-Felsen steht und von dort ein riesiges Sternenkleid entfaltet, damit Tamino ihr nicht entwischt. Ab Mitte Juli wird die „Zauberflöte" wie auch „Der Freischütz" noch etliche Mal gespielt. „Wir hatten gerade wieder ‚Schichtwechsel‘. Das Schauspielensemble geht bis Mitte August in den Urlaub. Jetzt sind das Musikensemble die Tanzcompagnie im Einsatz", so Petra Grubitzsch. Nicht zu vergessen, die Gastspiele – „Hamlet - die Rockoper" am 29. Juli und Lakomys „Traumzauberbaum und Mimelitt" am 3. August. Neben den Premieren gab es 2016 noch eine Neuerung. Wenn Felsenbühnenbesucher ihre Tickets im Vorverkauf erwerben, können sie dieses als Fahrticket im VVO- Verbund nutzen. Vier Stunden vor und sechs Stunden nach der Vorführung können damit sämtliche Verkehrsmittel des VVO-Verbundes kostenfreigenutzt werden. (caw) Als kleines Sommerbonbon verlosen wir je 2 x 2 Freikarten für „Momo" (Aufführung: 30. Juli, 15 Uhr), 2 x 2 Freikarten für „Die Zauberflöte" (30. Juli, 20 Uhr) und 2 x 2 Freikarten für „Schneeweißchen und Rosenrot" (9. August, 15 Uhr). Zum Gewinnspiel geht's >>HIER<< Tickets für die Felsenbühne Rathen gibt's >>HIER<<