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Neue Blütenkönigin und neue Sorten

Dohna. Die 26. Sächsische Blütenkönigin hat ihr Amt angetreten und der einheimische Obstbau orientiert sich mit neuen Sorten am Verbrauchergeschmack.

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Das ist sie, die neue 26. Sächsische Blütenkönigin Helena I. alias Helena Ohnsorge.

Das ist sie, die neue 26. Sächsische Blütenkönigin Helena I. alias Helena Ohnsorge.

Foto: PR

Die 22-jährige Studentin für Agrarwissenschaften vertritt als Helena I. nun ein Jahr lang den sächsischen Obstbau. Unterstützt bei der Werbung für regional produziertes Obst wird sie von zwei Blütenprinzessinnen. Gewählt wurden die Hoheiten vom Vorstand des Landesverbandes »Sächsisches Obst« e.V. Für das »Amt« müssen die jungen Würdenträgerinnen fundierte Kenntnisse zum Obstbau mitbringen und mit Fachwissen, Auftreten und Rhetorik überzeugen, Schönheit allein genügt nicht. Dass sie das können, haben die drei Mädels der Jury bewiesen. Sie hielten einen Vortrag über das sächsische Obst und beantworteten Fachfragen. Die drei werden nun ein Jahr lang den Obstbau Sachsen und Sachsen-Anhalt national und international auf Messen und Ausstellungen wie der Grünen Woche, auf Ernährungsgüter- und Touristikmessen und bei Verkaufsförderaktionen im Handel und auf Obsthöfen bundesweit vertreten.

 

Ab 2023 mischt »Fräulein« mit

 

Das Motto »Sächsisches Obst – knackig, saftig« kann dabei wortwörtlich genommen werden. Wie der Geschäftsführer des Landesverbandes »Sächsisches Obst« e.V., Udo Jentzsch, verriet, wird ab nächstem Jahr eine neue, besonders knackige und saftige Apfelsorte mit süß-säuerlichem Geschmack angebaut, das »Fräulein«. Damit folgt man den aktuellen Geschmackstrends der Verbraucher.

Hinsichtlich der großen Trockenheit macht er sich um die Apfelbäume jedoch keine Sorgen, denn sie wurzeln tief im Erdreich. Und die Preisentwicklung? Nach Jentzschs Einschätzung werden die Preise im Einzelhandel für Äpfel nicht anziehen, aber die Marge für die Erzeuger werde immer kleiner.

 

Neuheit auf dem Erdbeerfeld

 

Obstbau sind aber nicht allein Äpfel, auch wenn die in der Region dominieren. Bereits dieses Jahr gibt es die Geschmacksexplosion auf dem Erdbeerfeld. Mit der neu angebauten Sorte »Renaissance« will man zurück zu intensivem Fruchtgeschmack. Herr Jentzsch verspricht: »Diese Sorte ist noch süßer und aromatischer als die altbekannte Sorte Mieze Schindler.« Allerdings gibt es dieses Erbeerschätzchen nur bei der Selbstpflücke und in der Direktvermarktung, also nicht im Supermarkt. Wer also wahres Erdbeeraroma sucht, sollte sich aufmachen ins Erdbeerfeld. Da gibt es zu den Früchten Bewegung an der frischen Luft gratis. Und die selbst Gepflückten schmecken am allerbesten, das ist wie beim Pilze sammeln. Zu Pfingsten geht es los mit dem Selberpflücken auf den regionalen Erdbeerfeldern. Also, nichts wie hin!

Das ist auch der Appell von Udo Jentzsch: »Esst mehr einheimisches Obst!« Dem kann man sich nur anschließen. Wer regionales Obst auf seinen Tellern haben möchte, schaut nach der Dohnaer Vertriebsmarke VEOS oder findet Borthen, Dürrweitzschen oder Dohna auf dem Erzeugeretikett. Auf über 1.000 Hektar wird allein im Borthener Raum Obst angebaut.

 

Lieber regional als fad und fahl

 

Die Äpfel der letzten Ernte sind noch prima, da sie professionell gelagert werden. Beliebteste Sorte ist nach wie vor »Elstar«. Und die des Insiders Udo Jentzsch? Er mag am liebsten den »Kanzi«. Im Moment, so bedauert Herr Jentzsch, werden die Hofläden von den Verbrauchern weniger frequentiert. Als Ursachen sieht er hohe Benzinpreise, die die Leute nicht mehr so weit zum Einholen fahren lassen. Eigenwillige Verbraucher-Logik: Lieber jede Woche im Stau zum Supermarkt und dort teure Neuseeland-Äpfel kaufen, als schnell mal aufs Dorf und da einheimische Knackäpfel auf Vorrat einsacken.

Seien Sie schlauer, meist gibt es im Hofladen noch mehr Extrafrisches aus der Region. Oder Sie verbinden Ihren Einkauf mit einem Besuch auf einem der vielen Hoffeste in der Region als Ausflug mit der ganzen Familie. Sie tun sich selbst damit etwas Gutes und den einheimischen Erzeugern auch.