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Ministerpräsident verkauft Glühwein für guten Zweck

Auf der Festung Königstein, jupeidi jupeida muss ja auch ein König sein… Am Sonnabend vor dem vierten Advent war tatsächlich auch ein "König" zu Gast – mit guten Absichten.
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Weihnachtsmarkt Budenzauber statt politischer Debatten: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat „ganz privat“ einen Ausflug auf die Festung Königstein gemacht und nahm sich dort mal Auszeit für eine kurze Pause, um sich selbst in Weihnachtsstimmung zu bringen. Gemeinsam mit seinen beiden Söhnen (6 und 8) genoss er den Budenzauber des Historisch-romantischen Weihnachtsmarktes „Königstein – ein Wintermärchen“. Auch wenn es einen Aufzug gibt, das Plateau der Bergfestung erklommen die drei zu Fuß. Sie liefen durch das Medusentor über die Zugbrücke durch die Dunkle Appareille auf den Paradeplatz vor die Magdalenenburg. Dort auf einer Bühne musizierten Spielleute, unterhielten Artisten und Gaukler das Publikum. Michael Kretschmer traf auf dem Markt eine kleine Delegation der Kreisjugendfeuerwehr (insgesamt derzeit rund 1350 Mitglieder im Alter von acht bis 18 Jahren). Die je zwei Nachwuchsfeuerwehrleute aus Rathmannsdorf und Gohrisch warteten wohl schon auf ihn. Die baten den Landesvater zu einer Hütte, aus der Glühwein-Spezialitäten (u.a. in den Sorten Heidelbeere, Birne Quitten, Sauerkirsche, Johannisbeere, heimische Früchte und BIO) und Feuerzangenbowle verkauft wird. Ein halbe Stunde lang schwenkte der Ministerpräsident für den guten Zweck die Kelle, füllte die Becher und schenkte gemeinsam mit den jungen Leuten Heißgetränke für die Besucher aus und führte dabei so manch kleinen Plausch. Für die kleinen Gäste gab es Alkoholfreies: Kinderpunsch und Kinderzangenbowle. Der Macher des Weihnachtsmarktes und Chef der Restauration Festung Königstein, Sven-Erik Hitzer, trommelte übrigens kräftig dafür Heißgetränke an jenem Stand zu kaufen. Denn er spendete die Einnahmen, die Kretschmer „erwirtschaftete“, dem Feuerwehrnachwuchs des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Bevor es losging und der Zuckerhut der Feuerzangenbowle angezündet wurde, durfte Michael Kretschmer gar das Zuckerstück in Rum tränken und kostete, ob der heiße Punsch auch schmeckt. Damit dem Ministerpräsidenten das Ausschenken flink von der Hand ging, griffen ihm der CDU-Landtagsabgeordnete Jens Michel, der die „Schnaps“-Idee hatte und die Aktion zu Gunsten der Jugendfeuerwehr angezettelt hatte, und Königsteins Bürgermeister Tobias Kummer (CDU) mit unter die Arme. Die zehnjährige Stella Felicia Thiele von der Jugendfeuerwehr Rathmannsdorf war danach richtig stolz: „Wann hat man schon die Gelegenheit den Ministerpräsidenten des Freistaates persönlich kennen zu lernen? Und wer bekommt schon von einem so prominenten Politiker Punsch serviert?“ Bei der Aktion in der nicht so stark besucherfrequentierten Mittagszeit und trotz strömenden Regen kamen in der kurzen Zeit immerhin 300 Euro zusammen, berichtet Sven-Erik Hitzer. Den Erlös hatten allerdings Michael Kretschmer, Jens Michel und Hitzer, die jeder noch jeder etwas dazu gaben, aufgestockt. Kreisjugendfeuerwehrwartin Annett Petters freute sich über den Geldsegen. „Uns hat es richtig gut gefallen. Es war eine sehr schöne Geste. Wir hätten nicht gedacht, dass der Ministerpräsident das macht.“ Aber auch seine Söhne genierten sich nicht. Der Ältere der beiden rettete die Ehre seines Papas und sang als er von Sopranistin und Schauspielerin Barbara Ehwald, die nach einem Weihnachtslied fragte, das Mikrofon gereicht bekam, lauthals eine fetzige, moderne deutsche Fassung von „Jingle bells“. Für drei Strophen des Winterliedes ohne einen Aussetzer oder gar schiefen Ton erntete der Achtjährige viel Applaus. Zu guter Letzt ließ sich auch Michael Kretschmer einen Becher Feuerzangenbowle munden. Danach „entführte“ ihn Festungsdirektorin Angelika Taube in die Friedrichsburg, wo die Tafel in wahrlich königlichem Ambiente mit Jahrhunderten altem Porzellan gedeckt war… „Ich komme mit meiner Familie seit einigen Jahren regelmäßig zum Weihnachtsmarkt und auch sonst gern auf die Festung. Die Festung Königstein gehört zu meinen Lieblingsorten in Sachsen und der Weihnachtsmarkt gehört zu den schönsten“, erzählte Michael Kretschmer. Diesmal schaute er fast drei Stunden lang dort vorbei und bummelte über das vorweihnachtliche Markttreiben und bis hin in die Unterirdische Weihnachtswelt in den Bärenloch-Kasematten, die voller leuchtender Herrnhuter Sterne hängt. „Ich freue mich über die gute touristische Entwicklung in der Sächsischen Schweiz und möchte die Region gern unterstützen. Es gibt viele Ideen und Projekte, die wir zusammen anpacken wollen. Meinem Landtagskollegen Jens Michel ist beispielsweise die Festungsbahn ein großes Anliegen."