df/rob

Meiler im Tharandter Wald

Tharandt. Traditionell hergestellte Holzkohle wird angeboten

Bilder
Felix (10) bestückt »seinen« Kinder-Meiler gemeinsam mit seinem Opa Bernd Papperitz (73) mit Glut, füllt sie mit der Schaufel in den Feuerschacht.

Felix (10) bestückt »seinen« Kinder-Meiler gemeinsam mit seinem Opa Bernd Papperitz (73) mit Glut, füllt sie mit der Schaufel in den Feuerschacht.

Foto: Daniel Förster

Auf dem historischen Tharandter Meilerplatz im Breiten Grund gibt es am Sonnabend, 9. Juli, ab 8 Uhr, frische Holzkohle. Nach dem Meilerfest Ende Mai hat der große Erdmeiler reichlich vier Tonnen Holzkohle abgeworfen, der 1,50 Meter hohe rund 500 Kilo und der Kleine um die 200 Kilo. Das ist die diesjährige Ausbeute, die die Mitglieder vom Traditions-Verein Meiler Tharandt in Säcken zu je zehn Kilo abgepackt zu je 19 Euro an den Mann bzw. an die Frau bringen wollen.

 

Gleich drei unterschiedlich große Meiler wurden am letzten Sonnabend im Mai am Rande des Tharandter Waldes in Brand gesetzt. Üblich waren sonst regulär zwei: ein vier Meter und ein 1,50 Meter hoher kegelförmiger, mit Erde bedeckter Holzhaufen. Hinzu kam diesmal ein etwa ein Meter hoher Kinder-Meiler. Der mittelgroße Meiler steht in Obhut des 14-jährigen Niklas aus Tharandt, der kleinste von seinem Cousin Felix (10) aus Dresden. Die beiden Enkel des Köhlers Bernd Papperitz (73) sollen perspektivisch das Köhlerhandwerk auf dem Meilerplatz im Breiten Grund bewahren und dort die Tradition fortsetzen, erklärt sein Sohn Sven.

 

Zweimal hintereinander sah sich der 25 Mitglieder zählende Verein Meiler Tharandt coronabedingt gezwungen, die Öffentlichkeit beim Entzünden auszuschließen. Umso mehr lockte dieses Ereignis nun diesmal besonders viele Schaulustige an. Schließlich ist das Anstecken der Erdmeiler immer etwas Besonderes und wird mit einem »Gut Brand!« begossen. Das Köhlerhandwerk im Breiten Grund kann auf eine mehr als 175 Jahre währende Tradition zurückblicken.