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Mehr als schöne Blüten

Pirna. Endlich darf das Landschloss Zuschendorf wieder seine Tore öffnen. In den letzten beiden Jahren haben sich die Botanischen Sammlungen von Schließung zu Schließung gehangelt.
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»Unverdrossen haben wir an unserer Kamelienausstellung gearbeitet. Nun endlich soll es neben den geöffneten Glashäusern auch wieder eine Deutsche und eine Sächsische Kamelienblütenschau im Landschloss geben«, freut sich Matthias Riedel vom Landschloss Zuschendorf.
 
Am 1. März fällt der Startschuss mit der Öffnung der Glashäuser, wo auf 1.500 Quadratmetern Schauglasfläche die Seidelsche Kameliensammlung mit einer Vielzahl historischer Sorten bestaunt werden kann. »Die Hauptblüte erwarten wir Ende März«, so Riedel.
 
Vom 5. bis 13. März findet dann die XVIII. Deutsche Kamelienblütenschau statt, wo die schönsten Kamelienblüten aus ganz Deutschland in besonderen Gefäßen präsentiert werden. Das Publikum wählt dann wieder die schönste Blüte Deutschlands aus.
 

»Das härteste Holz, das beste Öl, die schönsten Kamelien«

 
Die diesjährige Kamelienblütenschau steht unter dem Thema »Das härteste Holz, das beste Öl, die schönsten Kamelien«. Denn die Kamelie hat über ihre wunderschönen Blüten hinaus noch viel mehr zu bieten. »So werden aus den Samen nicht nur neue Sorten gezüchtet, sondern daraus wird auch vitamin- und mineralstoffhaltiges Öl gewonnen, das eine cholesterinsenkende Wirkung besitzt und darüber hinaus auch in der Kosmetik glänzendes Haar und eine faltenfreie Haut verspricht«, verrät Matthias Riedel.
 
Und auch das Holz wurde in früheren Zeiten als edler Rohstoff geschätzt, da es feinporig, schwer und nach der Bearbeitung glänzend war. Gebrauchsgegenstände, wie Möbel, Kämme, Teller, Tassen oder Kokeshi-Puppen, wurden aus Kamelienholz gefertigt. Die besonders harte Holzkohle verwendete man zum Schmieden der Samurai-Schwerter.
 

In Szene gesetzt

 
Die Nutzung von Kamelienöl wird in zwei von der Gestalterin Bea Berthold erdachten Szenen gezeigt. Ein beeindruckender Herd mit viel historischem Küchenkupfer darauf, historischem Kamelienporzellan in Schränken und eifrigen Köchen drumherum wird das Kochen mit Kamelienöl präsentieren. »Auch einen Blick in eine alte japanische Schirmwerkstatt, wo haltbare Papierschirme entstehen, können die Besucher werfen«, so Matthias Riedel. In einem Schaubild ist auch der Mönch Kobo Daishi zu sehen, wie er auf dem Kamelienfluss das Fieber vertreibt, wie es die Legende erzählt. Die Kamelie, ein kleiner, zehn bis 15 Meter hoch wachsender Baum, von dem alle Bestandteile dem menschlichen Leben viel Gutes bescheren. So sind in der Ausstellung auch Holzarbeiten von den Künstlern Georg Brückner und Peter Bortig zu sehen. Letzterer drechselt kleine, wunderschöne Kugeln aus Kamelienholz.
 

Sächsische Kamelienschau

 
An die Deutsche Kamelienblütenschau schließt sich vom 14. März bis 18. April die XVIII. Sächsische Kamelienblütenschau an.
 
Mehr Infos gibt's hier.