André Schramm

Kreisverkehr: Herr Gäbel gibt nicht auf

Die Bürgerinitiative "Ampel-NO – Kreisel-GO" hat eine Petition im Sächsischen Landtag eingereicht. Es geht um die Anbindung der Südumfahrung Pirna an die alte B172. Die BI favorisiert einen Kreisverkehr, gebaut werden allerdings Ampeln.
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V.l.: Gottfried Gäbel (BI Kreisel), die Mitglieder des Petitionsausschusses Frank Richter (SPD), Ines Kummer (B90/Grüne) und Hans-Jürgen Zickler (AfD) sowie Landtagspräsident Matthias Rößler. Foto: Schramm

V.l.: Gottfried Gäbel (BI Kreisel), die Mitglieder des Petitionsausschusses Frank Richter (SPD), Ines Kummer (B90/Grüne) und Hans-Jürgen Zickler (AfD) sowie Landtagspräsident Matthias Rößler. Foto: Schramm

Gottfried Gäbel ist nicht kleinzukriegen. Der inzwischen 81-Jährige könnte sich eigentlich zurücklehnen und seinen Lebensabend im beschaulichen Königstein genießen. Stattdessen hantiert er mit Straßenbau-Richtlinien, prüft Durchlasskapazitäten, nimmt Verkehrsprognosen unter die Lupe, sammelt Unterschriften und setzt Schreiben an Ministerien auf. Wenn´s sein muss, werden auch Zeichnungen angefertigt. Gäbel hat sich festgebissen an der Südumfahrung, genauer noch am Knotenpunkt "Sonnenstein". Seit nunmehr acht Jahren kämpft der diplomierte Papiermacher für einen Kreisverkehr an eben jener Stelle, wo die neue B172 auf die alte B172 trifft. Angefangen hatte alles 2013 mit einem Schreiben, über das er sich maßlos geärgert hatte. Trotz aller Bemühungen – Gäbels Erfolg blieb bis heute überschaubar. Kreisverkehr - Ampel - Kreisverkehr Geplant sind an jener Stelle Ampeln. "Die bringen nichts und werden den heutigen Stau an der Volkshausampel nur nach oben verlagern", meint er. Ein Kreisverkehr sei besser, meint Gäbel. Er habe eine höhere Leistungsfähigkeit (34.000 KFZ in 24 Stunden) als eine Lösung mit Lichtsignalanlagen. Außerdem könne er auf Schwankungen im Verkehrsaufkommen reagieren. "Und man hat immer in alle drei Richtungen immer freie Fahrt", so der Ruheständler. Er verweist auch auf die Streckencharakteristik. "Wir haben einen Kreisverkehr am Landratsamt und einen weiteren in Höhe Leupoldishain. Dazwischen bremst man nun mit Ampeln aus. Das macht keinen Sinn", so Gäbel. Petition übergeben
Diesen Freitag hat Gottfried Gäbel nun eine entsprechende Petition Landtagspräsident Matthias Rößler und Mitgliedern des Petitionsausschusses überreicht. Es ist vermutlich die letzte Option für Gäbel und seine Bürgerinitiative. Der 81-Jährige hat rund 40 Zuschriften von Unterstützern aus der Region mit eingereicht. Im Petitionsausschuss wird anschließend ein Berichterstatter ernannt. Danach wird das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit um eine Stellungnahme gebeten. Inwieweit auch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur einbezogen werden muss, war noch nicht klar. "Möglicherweise macht der Petitionsausschuss auch einen Vorort-Termin", sagte Landtagspräsident Rößler. Aus der Erfahrung weiß er, dass etwa ein Drittel der eingereichten Petitionen erfolgreich seien.