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Kleiner, feiner und typisch Erzgebirge

Weihnachtsmärkte entlang der Bimmelbahn bis Kipsdorf laden zum 1. Advent ein
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Geboren wurde die Idee von „Bimmelbahn und Lichterglanz“ in der AG Weißeritztalbahn im vorigen Jahr. So richtig ernst wurde es dann Anfang 2019, die Idee eines befahrbaren Weihnachtsmarktes entlang der Weißeritztalbahn in der Adventszeit umzusetzen. „Unser erstes Arbeitsgruppentreffen fand am 1. April statt. Und es war kein Aprilscherz, dass wir damals den Termin auf den 30. November/1. Dezember legten, obwohl der Brückenbau da noch bevorstand. Aber die Brücke ist fertig, die Bahn fährt wieder durch und am 1. Advent freuen wir uns alle auf eine gelungene Premiere von ‚Bimmelbahn und Lichterglanz“, ist Gabriele Clauss, stellv. Pressesprecherin des Verkehrsverbundes Oberelbe (VVO), überzeugt.  Die dienstälteste Schmalspurbahn Deutschlands bietet sich für ein solches Projekt geradezu an – und Erfahrungen mit thematischen Fahrten auf der Weißeritztalbahn gibt es auch. Für „Bimmelbahn und Lichterglanz“ mussten aber etliche Akteure an einem Strang ziehen, denn neben dem Tourismusverband Erzgebirge, sind der Reiseveranstalter Sachsenträume, die Sächsische Dampfeisenbahngesellschaft (SDG), der VVO und natürlich die Kommunen entlang der Strecke mit im Boot. „Wir wollen unseren Gästen an dem Wochenende einen besonderen Weihnachtsmarkt bieten, indem sich  die Stationen von Freital-Hainsberg bis Kipsdorf in weihnachtliche Themenbahnhöfe verwandeln. So verknüpfen wir große erzgebirgische Weihnachtstradition mit der historischen Dampfeisenbahn“, betont Ines Hanisch-Lupaschko, Geschäftsführerin des  Tourismusverbandes Erzgebirge. Die Fahrgäste können ganz nach Lust und Laune entscheiden, wo sie aussteigen und länger verweilen möchten oder auch von einer zu nächsten Station wandern wollen. „Mit unserem Weihnachtsmarkt wollen wir ein Angebot für besinnliche Stunden in der Adventszeit unterbreiten, abseits vom Mainstream in den großen Städten, wo alles immer größer werden muss und auch auf Weihnachtsmärkten große Menschenmassen unterwegs sind. Wir wollen das typische Erzgebirge zeigen, wo die Besucher an jeder Station etwas Besonderes entdecken können, ohne sich auf die Füße zu treten“, hebt Gabriele Clauss hervor. Damit will man auch eine Nische besetzen. Da alle Kommunen und ansässige Vereine mitziehen, dürfen sich die Besucher am 30. November und 1. Dezember auf ein vielfältiges Programm für die ganze Familie freuen. In Freital warten z. B. eine Modellbahnausstellung, Chorauftritte und ein Lampionumzug auf die Gäste, in Rabenau können Räucherkerzen selbst hergestellt werden. Am Bahnhof Malter locken Märchenlesungen, der Weihnachtsmann, Basteleien. In Spechtritz und Schmiedeberg steht der Pyramidenanschub auf dem Programm, in Dipps lädt der Handwerkermarkt ein. „Außerdem können Kinder dort ihren Wunschzettel an den Weihnachtsmann schreiben. Wir haben nämlich eine Connection  zum Weihnachtsmann in Himmelpfort und leiten alles weiter“, schmunzelt Anke Eichler vom Tourismusverband Erzgebirge. Und natürlich ist an allen Stationen für kulinarische Leckereien gesorgt, wer möchte, kann für den Glühwein auch das eigene Töppel benutzen. „Wir haben limitierte 1.000 Stück von den Emaille-Blech-Bechern herstellen lassen. Sie werden auch in den Zügen verkauft. So wie auch die Fahrkarten an jeder Station erworben werden können“, informiert Mirko Froß, Eisenbahnbetriebsleiter der SDG. Die Tageskarte kostet für die gesamte Strecke 15,30 Euro pro Person. Kinder bis 14 Jahre fahren zudem kostenfrei mit. Als kleines „Bonbon“ erhält jeder Fahrgast eine kleine nostalgische Pappfahrkarte als Souvenir. „Wir setzen zwei Züge ein, so dass an beiden Tagen fünf Fahrten je Richtung angeboten werden, etwa im Zwei-Stunden-Takt. Bis zu elf Wagen können wir an jede Lok anhängen“, so Mirko Froß. Der erste Zug startet in Hainsberg um 9.25 Uhr, der letzte fährt um 19.54 Uhr ab Kipsdorf zurück. Natürlich hängen an allen Stationen Fahrpläne aus. Und das gesamte Programm an den zwei Tagen ist in einem Flyer „Bimmelbahn und Lichterglanz“ zusammengefasst. www.vvo-online.de Mit diesem neuen Angebot in der Adventszeit wollen die Akteure auch die touristische Entwicklung in Sachsen und im Erzgebirge weiter befördern. „Es gehört immer Mut dazu, etwas Neues auszuprobieren, aber wenn man nichts wagt und neue kreative Angebote entwickelt, gibt es Stillstand. Ich kann allen Beteiligten an dem Projekt nur ein großes Kompliment machen, wie hier in kurzer Zeit Kooperationen aufgebaut wurden“, hebt Andrea Kis vom Landestourismusverband hervor, die Patin für das Vorhaben war, das zudem im Rahmen des Wettbewerbs „So geht sächsisch“  ausgezeichnet wurde und 2020/21 auf der ITB in Berlin präsentiert wird.   Bleibt nur noch der Wunsch nach etwas Schnee zum 1. Advent, denn das „Bimmelbahn und Lichterglanz“ keine Eintagsfliege sein, sondern zur Tradition werden soll, darüber sind sich alle einig.