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Es war nicht der erste Drohbrief für Ruckh!

Sebnitzer OB erstattete jetzt Strafanzeige bei der Polizei wegen Bedrohung
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Mike Ruckh beim Neujahrsempfang 2016.         Foto: Förster

Mike Ruckh beim Neujahrsempfang 2016. Foto: Förster

 Mit Toleranz oder Fragen „besorgter Bürger" hat das nichts zu tun. Offener Hass und Androhung von Gewalt spricht aus solchen Zeilen. Drohbriefe oder auch offene Angriffe mussten in den vergangenen Monaten viele Politiker erleben. Einen Drohbrief erhielt kürzlich auch der Sebnitzer OB Mike Ruckh im Rathaus – nicht den ersten. Aber nach den Ereignissen von Köln musste man fast erwarten, dass diese scheußlichen Ereignisse dort, hier nicht unkommentiert bleiben würden. In dem computergeschriebenen Brief wird unverhohlen Gewalt angedroht. In der „Information für den Herrn Bürgermeister" wird mit deutlich rassistischem Vokabular hantiert. Da ist von „traumatisiertem Pack" die Rede, das in Neustadt herangeschafft werden soll. Im Wortlaut: „Darauf gibt es nur eine Antwort‚ Widerstand, Vertreibung‘. Sollte nur eine einzige Frau oder Kind von diesem Viehzeug, Dreck belästigt, angefasst, beraubt oder vergewaltigt werden, dann machen wir jagt und auch Dich holen wir aus dem Rathaus, aus deinem zu Hause, egal woher. ... Das ist ein Versprechen!!! ... Wir sind für alle Frauen und Kinder jederzeit bereit. Und dafür haben wir Dich nicht gewählt!!!" (Fehler im Original) Mike Ruckh reagierte jetzt und erstattete bei der Polizei Strafanzeige wegen Bedohung. Schon im Oktober 2015 erhielt er Drohmails, hatte damals aber auf eine Anzeige verzichtet. Diesmal wird er das nicht tun, da sich der Ton verschärft. Im Dezember hatte die Stadt mit der Sebnitzer Erklärung für Toleranz und gegen Gewaltlosigkeit und einer Kundgebung Position bezogen und zum friedlichen Miteinander aufgerufen. „Der Drohbrief zeigt, wie richtig und wichtig die Sebnitzer Erklärung ist. Ich wünsche mir, dass gerade daraufhin noch mehr Einwohner und Unternehmen diese unterschreiben und uns zukommen lassen", soder OB. Und Ruckh ist kein Einzelfal. 35 Personen wurden 2015 in Deutschland bedroht. Dazu gehören Bürgermeister, Landräte, Verwaltungsmitarbeiter, ehrenamtliche Helfer. Pirnas Oberbürgermeister musste das schon im März 2015 erleben. Im Juli 2015 gab es einen Sprengstoffanschlag auf das Auto des Linken-Stadtrates Michael Richter in Freital und im Dezember eine Morddrohung gegen Freitals OB Rumberg. Die Sebnitzer Erklärung liegt im Rathaus aus und gibt es unter www.sebnitz.de.