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Elbeschifffahrt früher: Hochbetrieb auf dem Fluss

Dass die Elbe einst wichtiger Transportweg war, ist derzeit in einer Sonderausstellung im StadtMuseum Pirna zu erleben. Sammler, Historiker und Freunde der Schifffahrt haben Exponate aus 200 Jahrhunderten zusammengetragen.
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Falk Hering, Dampfmaschinist auf der Diesbar und Mitglied der Projektgruppe für die Ausstellung, vor einem Dampfmaschinen-Modell. Foto: Schramm

Falk Hering, Dampfmaschinist auf der Diesbar und Mitglied der Projektgruppe für die Ausstellung, vor einem Dampfmaschinen-Modell. Foto: Schramm

Beinahe wäre die Dampfsteuermaschine des ehemaligen Dampfers „Schmilka“ für immer verloren gewesen. Das Teil lag schon auf dem Schrott, als es von Heiko Werner vom Historikerkreis der „Schmilka“ zurückgeholt und anschließend aufwendig restauriert wurde. Die Original-Maschine ist nun in der aktuellen Sonderausstellung „Willkommen an Bord – Elbeschifffahrt in der Sächsischen Schweiz im 19. und 20. Jahrhundert“ zu sehen. Servolenkung für's Schiff Über die Dampfsteuermaschine (anno 1897) dürften sich damals vor allem die Rudergänger gefreut haben, die bis dato die Ruder mit reiner Muskelkraft bedienten. „Die Dampfsteuermaschine war, wenn man so will, die Servolenkung für's Schiff“, schmunzelt Michael Kaiser von der Sächsischen Dampfschifffahrt. Der Dampfer selbst hatte jedenfalls nicht so viel Glück. Er wurde 2001 abgewrackt. Allerdings sind einzelne Teile, darunter der Maschinenraum, noch in einem Depot in Roßlau eingelagert. Die Fahrgastschifffahrt erlebte im 19 Jahrhundert einen rasanten Aufschwung. Die „Königin Maria“ lief 1837 als erstes Schiff vom Stapel. Im Jahr 1861 verfügte die Dampfschifffahrtsgesellschaft bereits über zwölf Schiffe. Vier Jahre später wurden schon über eine Million Passagiere befördert. Ableichtern an der Sandbank Bis weit ins 20. Jahrhundert spielte die Elbe auch eine wichtige logistische Rolle für die Wirtschaft. „Pirna war Hauptumschlagplatz für Sandstein“, sagt René Misterek, Leiter des StadtMuseums Pirna als er auf ein Schulwandbild von ca. 1900 zeigt. Steinschiffe, Kaffenkähne und andere Schiffe erzählen hier – vor Pirnaer Kulisse – von hoher Betriebsamkeit auf dem Fluss. Der Transport schwerer Güter war äußerst mühsam auf der unregulierten Elbe. Größtes Hindernis: die Sandbänke. Allein zwischen Böhmischer und Preußischer Grenze musste man 22 Mal „Ableichtern“, also Waren ans Land bugsieren, um den Tiefgang der Schiffe zu reduzieren und danach alles retour. Fahne aufgetaucht Noch bis zum 2. Juni 2019 ist die Sonderausstellung zu erleben. Sie zeigt auch ein Kettenschiff-Modell, alte Armaturen und sogar die Fahne vom Postaer Schifferverein. Von der Existenz dieser Fahne wusste man zwar im Museum, außerhalb aber offenbar nicht. Sie wurde 1931 zum 100. Geburtstag des Vereins geweiht. Vorausgegangen war eine jahrelange Spendensammlung. Geöffnet: täglich außer montags. Der Eintritt beträgt für 4 Euro, ermäßigt 3 Euro.