R. Rink

Ein Dank an die Feuerwehren

Landkreis SSOE. Wir alle haben noch die Bilder der verheerenden Waldbrände in der Sächsischen Schweiz vor Augen. Dem Einsatz der Feuerwehren gilt daher allergrößter Dank.

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Kai Bigge ist seit 15 Jahren Stadtwehrleiter der Freiwllligen Feuerwehr Bad Schandau. Er und seine Kameraden setzen sich ehrenamtlich für die Sicherheit der Gemeinschaft ein.

Kai Bigge ist seit 15 Jahren Stadtwehrleiter der Freiwllligen Feuerwehr Bad Schandau. Er und seine Kameraden setzen sich ehrenamtlich für die Sicherheit der Gemeinschaft ein.

Foto: R. Rink

Kai Bigge (51) ist seit 15 Jahren Stadtwehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Bad Schandau. Ihm unterstehen sechs Ortsfeuerwehren mit insgesamt rund 170 Feuerwehrmännern. Am 25. Juli dieses Jahres stand ihm sein wohl schwierigster Einsatz bevor. Als er mit seinen Kameraden nach gemeldetem Feueralarm im Waldgebiet nahe Tschechien die Winterbergstraße hochfuhr, ahnte er noch nicht, was ihn erwarten würde. Schon nach ein paar Kurven gelangten die Fahrzeuge in einen Null-Sicht-Bereich. »Gefühlt wurden wir von einem Flammenwald überrollt«, sagt Kai Bigge. Durch das orangene Licht und den massiven Funkenflug entstand dieser Eindruck.

»Diese unerwartete Situation löste in mir eine Angst aus, die ich in meiner gesamten Zeit bei der Feuerwehr nicht gespürt habe«, erläutert der Stadtwehrleiter von Bad Schandau. Die massive Ausbreitung der Bodenfeuer ist durch die hohen Temperaturen und Windgeschwindigkeiten von über 30 Kilometern pro Stunde angefacht worden. Durch Funkenflug entstanden immer weitere Glutnester. Es dauerte Wochen, bis die insgesamt 115 Hektar große brennende Waldfläche unter Kontrolle gebracht werden konnte. Neben Wasser spielte die Hacke eine große Rolle, um die Bodenfeuer zu bekämpfen. So gruben die Kameraden die Erde um und löschten dann die Glut in den tieferen Schichten mit Wasser ab. Helfer und Feuerwehren aus der gesamten Bunderepublik gilt großer Dank für ihren heldenhaften Einsatz.

Kai Bigge wünscht sich für die Zukunft auch einen Ausbau grenzüberschreitender Kooperation, denn der Nationalpark ist ein zusammenhängendes Gebiet. »Es kann nicht sein, dass die NATO während sich die Flammen hier schon gewaltig ausgebreitet hatten, erst die Überflugsrechte zum Nachbarland bestätigen musste.« Ansonsten ist Kai Bigge sehr stolz auf seine Kameraden. Das unwegsame Gelände ist beim Ausbruch von Waldbränden in der Felsenlandschaft des Nationalparks aber immer eine besondere Herausforderung, die an den Kräften der Kameraden zehrt. Deshalb wird auch schon über eine Waldbrandausstattung mit leichterer Bekleidung und Helmen bei den Feuerwehren im Landkreis diskutiert.

Wie kann man die FFW unterstützen?

Eine Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehren ist immer willkommen – sei es durch Freiwillige, die sich in der Feuerwehr engagieren oder durch Spendengelder. Zwar werden die Freiwilligen Feuerwehren aus den kommunalen Haushalten finanziert, aber in Zeiten steigender Kosten seien auch diese Kassen nicht gerade prall gefüllt. Der Waldbrand in der Sächsischen Schweiz hat insgesamt Kosten zwischen 500.000 und 600.000 Euro verursacht. Das ist eine immense Summe. In diesem Fall ist man aber guter Dinge, dass die eingegangenen Spendengelder und die Zusagen des Sächsischen Staatsministeriums des Inneren diese Kosten werden tragen können. Doch der nächste Waldbrand kommt gewiss. Eine gute Ausstattung der Feuerwehren ist bei der Gewinnung von Mitgliedern förderlich, die im Umkehrschluss als Freiwillige auch neue Ausrüstung benötigen. Geld wird also immer gebraucht. Um erhaltene Spendengelder zu verwalten, hat die Freiwillige Feuerwehr Bad Schandau vor gut 1,5 Jahren einen Förderverein, bestehend aus Mitgliedern der hiesigen Feuerwehr, gegründet.

Spendenaktion

Der WochenKurier möchte in der diesjährigen Adventszeit dem Engagement der Feuerwehren des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge danken. Dieser Dank gilt jedoch nicht nur für dem heldenhaften Kampf gegen die Waldbrände im Nationalpark Sächsische Schweiz, sondern auch für die gesamte ehrenamtliche Tätigkeit für die Gemeinschaft. In einer Spendenaktion, über die in den nächsten Ausgaben des WochenKuriers noch berichtet wird, soll deshalb die Tätigkeit der Freiwilligen Feuerwehren gewürdigt werden.


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