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Die Lok siegt im "Herzschlagfinale"

HSV Lok Pirna Dresden – HG 85 Köthen 25:24
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Nach dem Abpfiff kannte der Jubel bei Spielern und Fans keine Grenzen mehr.      Foto: Hatzi

Nach dem Abpfiff kannte der Jubel bei Spielern und Fans keine Grenzen mehr. Foto: Hatzi

Es gibt Tore, die vergisst man ein ganzes Sportlerleben nicht mehr. Solch ein Treffer ist „Toto“ Schneider am Samstagabend in der Partie gegen Köthen gelungen. Zehn Sekunden vor Spielende hatte Robert Schulze einen Wurf von Svajunas Kairis geblockt. Die kleine Lederkugel wanderte blitzschnell durch die Lok Reihen und landete auf halblinks bei Torsten Schneider. Wut, Leidenschaft, Verzweiflung und vor allem viel Selbstvertrauen in die eigene Leistung, dem Pirnaer Rückraumspieler blieb in diesem Moment sicher keine Zeit zum Nachdenken, er hatte aber wohl von jedem etwas in diesen Wurf gepackt. Chris Parhans im Köthener Tor blieb keine Zeit für eine Reaktion, als die die Kugel in buchstäblich letzter Sekunde zum 25:24 für die Lok einschlug. Der Rest war ein riesiges Pirnaer Freudenknäuel. Freude auch über das, was Spieler und Trainer gemeinsam in den letzten neun Partien abgeliefert hatten. Mit diesem Last-Minute Erfolg bauten die sächsischen Eisenbahner ihre Serie auf 16:2 Zähler aus und schlossen nach Pluspunkten zu Tabellenführer Radis auf. „Wenn mir das am 2.Spieltag jemand prophezeit hätte, den hätte ich für komplett verrückt erklärt“, genoss Lok-Geschäftsführer Uwe Heller den Trubel um die Mannschaft. Die wollte es vor 350 Zuschauern in der letzten Heimpartie vor der Weihnachtspause besonders gut machen, verkrampfte dabei aber in vielen Phasen. „Auf dem Sonnenstein fehlt uns momentan die Lockerheit mit der wir auf fremden Parkett agieren“, fand Lok-Trainer Alexander Hübner schnell eine Erklärung. Die Bachstädter führten nach fünf Minuten mit 4:1. Nach einer Viertelstunde fand die Lok beim 3:7 erst dreimal eine Lücke in der Gästedeckung. Vom Papier und vom aktuellen Trend (Pirna 14:2 Zähler / Köthen 1:7 Zähler) lag die Favoritenbürde eindeutig beim Gastgeber. Auf dem Parkett merkte man davon allerdings überhaupt nichts. „Der Ausgang dieser Begegnung war völlig offen. Pirna war ein sehr, sehr glücklicher Sieger.“ Bodo Kreutzmann verharrte nach dem 25:24 noch lange, den Kopf in beide Hände vergraben, auf der Köthener Bank. „So etwas tut ja auch irgendwie weh“, zeigte Alexander Hübner auf der Pressekonferenz Mitgefühl für seinen Köthener Kollegen. „Toto“ Schneiders Worte im Programmheft: „Handball braucht nicht nur Tore, Handball braucht Leidenschaft“, wurden zwei Sekunden vor dem Abpfiff mit seinem Siegtreffer zum 25:24 auf dem Parkett zur Realität. „Nach den letzten Jahren tut das, was hier gegenwärtig passiert, einfach nur gut“, fasste Uwe Heller diese schöne Momentaufnahme in Worte. (ar)


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