Ulrich Nelles/ck

Deubener Mühlenpark wird Treffpunkt für Jung und Alt

Freital. Mit einem Spielplatz, Wegen und einer Wiese wird in Freital ein neuer Treffpunkt für Familien entstehen - Anfang Juni soll Eröffnung sein.

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Viel Grün und Bänke zum Verweilen werden den neu errichteten Park prägen.

Viel Grün und Bänke zum Verweilen werden den neu errichteten Park prägen.

Foto: U. Nelles

Freital. Rote Klinkerziegel, eine blaue Brunnenanlage und silbrig glänzender Edelstahl der Geländer – ganz unterschiedliche Farben prägen den neu errichteten Mühlenpark in Freital Deuben. Man habe, so Projektleiter Dietrich Stöckl, bei der Auswahl der Ausstattung auf Qualität geachtet.

 

Mit seiner Eröffnung Anfang Juni wird das Areal zwischen Poisental-, Körner- und Hinterstraße ein grundlegend neues Bild abgeben. Aus einer Industriebrache mitten im Wohngebiet Deuben wird dann eine grüne Oase zum Spielen und Relaxen eröffnet werden. Bereits jetzt sind Wege, Wiesen und Bänke zu erkennen. Momentan haben noch die Baufirmen das Sagen.

 

Dietrich Stöckl ist von Freitals jüngstem Park der zuständige Projektleiter. Er sieht in dem Mühlenpark eine erhebliche Aufwertung des Stadtviertels: „Deuben erhält damit eine sehr hochwertige Anlage.« Als Beweis zählt er den Spielplatz im hinteren Teil des Mühlenparks sowie die Farbgestaltung in Gelb, Grün, Blau, Rot und Silber auf, die das Areal prägen. So stehe das Gelb für die Wege und Plätze im Park, erklärt er. Dafür wurde feinster, tatsächlich gelblicher Schotter verbaut. In der Mitte führt eine Allee in den Park hinein, die Bäume wurzeln größtenteils bereits in der Erde.

 

Entlang der Hinterstraße und der Poisentalstraße entstehen breite Blühstreifen mit Wildblumenmischungen. Sie sollen ein Hingucker für den Stadtbewohner und ein Anziehungspunkt für Insekten werden. Bäume, Büsche und Wiesen prägen das knapp einen Hektar große Areal.

 

Vielseitig nutzbare Spielplätze

 

Die eigentliche Überraschung für alle Parkbesucher dürften der einstige Mühlgraben und die Spielplätze sein. „An dieser vielseitig nutzbaren Anlage werden nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene ihren Spaß haben“, ist sich Dietrich Stöckl sicher. So können sich künftig Familien mit ihren Kindern treffen, picknicken und sich gemeinsam an den unterschiedlichsten Spielgeräten ausprobieren.

 

Daneben führt eine sieben Meter lange Brücke über den einstigen Mühlgraben. Zusätzlich zu dem denkmalgeschützten Kanal wurde eine Zisterne angelegt, die überschüssiges Oberflächenwasser speichert. Dietrich Stöckl verweist auf längere Trockenperioden, bei denen zu wenig Nass ankommt. Dann könne man zusätzlich auf Wasser aus dem Trinkwassernetz zurückgreifen. Im hinteren Teil zur Körnerstraße ist ein Spielplatz mit Großgeräten und Hangelstrecke entstanden.

 

Bemerkenswerte Historie

 

Jahrzehntelang stand auf dem Gelände des Mühlenparks die Lederfabrik. Sie wurde bereits 1893 von den Brüdern Sohre gegründet. 1899 zerstörte ein Brand das vierstöckige Werksgebäude an der Poisentalstraße, das aber bis 1909 wiedererrichtet wurde. Im Ersten und Zweiten Weltkrieg blieb die Fabrik unbeschädigt, sodass die Produktion nach Kriegsende wiederaufgenommen werden konnte.

 

1946 wurde das Unternehmen enteignet und als VEB Lederwerk »Friedensgrenze“ Ostritz und VEB Freitaler Lederfabrik weiterbetrieben. 1991 wurde die Produktion beendete. Das Hauptgebäude der »ehemaligen Lederfabrik“ Freital erwies sich durch die jahrzehntelange Nichtnutzung als Brache. Die Bausubstanz war in einem ruinösen Zustand und bot keine Möglichkeit zur Sanierung beziehungsweise Erhaltung. Im August 2018 wurde die Genehmigung für den Abriss erteilt.

 

Am Parkeingang erinnern Schautafeln an die Lederfabrik in historischen Epochen.