Daniel Förster

Das wird schon, Herr Ministerpräsident!

Michael Kretschmer hat sich zu Schulzeiten um die Tanzstunden gedrückt. Das könnte diesen Samstag zum Verhängnis werden – denkt man.
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"Tanzen? Nicht meine Lieblingsangelegenheit", sagt Sachsens Regierungs-Chef. Foto: Daniel Förster

"Tanzen? Nicht meine Lieblingsangelegenheit", sagt Sachsens Regierungs-Chef. Foto: Daniel Förster

 Der erste Tanz während der schönsten Nacht des Jahres in Neustadt gehört am Sonnabendabend, 26. Januar 2019, Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU). Er soll beim zehnten Neustädter Bürgerball in der Neustadthalle mit seiner Lebenspartnerin Annett Hoffmann nach dem Auftakt der Debütanten den Eröffnungswalzer tanzen. So ganz wohl dürfte ihm dabei nicht sein. „Ich habe großen Respekt vorm Tanzen. Denn das ist nicht wirklich mein Lieblingssport“, gestand der 43-Jährige kurz vor dem gesellschaftlichen Ereignis. „Ich mag die Atmosphäre derartiger Bälle und freue mich auch, die Menschen zu sehen.“ Aber von dem Schritt aufs Parkett habe er sich Zeitlang immer gescheut. „Ich habe mich als Schüler sehr erfolgreich vorm Tanzunterricht gedrückt“, verriet der Landesvater. Er war wohl auch der einzige in seiner Klasse gewesen, dem es so ging. Standhaft hätte er sich dem Drängen seiner Mitschüler widersetzt. „Ich habe wirklich liebe Freundinnen gehabt, die über lange Zeit, jede Woche vorbeikamen, bei uns geklingelt haben und mich überzeugen wollten, dass ich doch mitkommen soll.“ Als Regierungschef kommt er nun nicht mehr drum herum, das Tanzbein zu schwingen. Schon wenige Wochen nach seinem Amtsantritt im Dezember 2017 war es seine Aufgabe, als oberster Landesherr den glanzvollen Dresdner SemperOpernball zu eröffnen. „Davor habe ich mir gesagt: Du kannst Skifahren, du kannst schwimmen, du kannst Fahrrad fahren und du wirst auch Tanzen lernen können…“ Gesagt, getan. Schnell habe er begonnen, sich die nötigen Schritte anzueignen und nachzuholen, was er über Jahre versäumt hatte. Und schon am 1. Februar steht der nächste SemperOpernball an, wo sich Millionen Blicke auf ihn und die „First Lady“ richten. „Ich gebe mir Mühe, dass man meinen Rückstand nicht merkt“, gibt er unumwunden zu. Und doch schon nach seinem ersten Auftritt in der Semperoper gab es Beanstandungen. Eine kam unter anderem von seinem Fraktionskollegen, dem CDU-Landtagsabgeordneten Jens Michel (Finanzpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Sächsischen Landtag), der vor Jahren selbst noch Bammel hatte, sich auf der Tanzfläche zu bewegen (Der 51-jährige Jens Michel: „Ich bin eher Fußballer, als Tänzer. Beim Fußball ist es nicht ganz so schlimm, wenn man sich mal gegenseitig auf die Zehen tritt.“). „Jens war der Meinung, dass meine Tanzkünste beim jüngsten SemperOpernball noch nicht ausgereicht hätten“, sagte Kretschmer mit einem Augenzwinkern. Das sei zwar „eine ziemlich freche Kritik“. „Aber ich muss leider zugeben, eine berechtigte“, so der Ministerpräsident.  Als Ehrengast und Schirmherr des Neustädter Bürgerballs habe er Dank der Einladung Michels und der Organisatoren nunmehr Gelegenheit, es eine Woche vor dem gesellschaftlichen Großereignis in Dresden noch einmal zu probieren und richtig zu üben, um eine noch bessere Figur zu machen. Ob Kretschmer allerdings noch ein paar Tanzstunden vor dem Neustädter Bürgerball genommen hat, bleibe erstmal sein Geheimnis. „Das ist eine Überraschung für die Gäste.“ Für Kurzentschlossene, die diese sehen und erleben wollen sowie sich den beiden Politikern und ihrer Partnerinnen anschließen wollen, gibt es übrigens noch einige, wenige Restkarten. Sowohl für Plätze im Saal als auch im Foyer sind nach telefonischer Anfrage bei Cheforganisatorin Simone Schöne vom Verein Neustädter Bürgerball e.V. – Handy: 0152 / 34 53 73 69 noch zu haben.


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