Ulrich Nelles/ck

Auf Spurensuche in Hainsberg

Freital. Interessierte Freitaler konnten während eines dreistündigen Themenspaziergangs vor kurzem den Stadtteil Hainsberg auf vielfältige Art entdecken.

Bilder
Bauleiter Jens Römisch erläutert die Erweiterungen an der Geschwister-Scholl-Oberschule in Hainsberg.

Bauleiter Jens Römisch erläutert die Erweiterungen an der Geschwister-Scholl-Oberschule in Hainsberg.

Foto: Nelles

Jede Stadt versteht sich nicht nur als ein Zusammenwirken von Häusern, Straßen und Plätzen. Selbstverständlich wurde sie vor allem durch ihre Bewohner, deren Siedlungsgeschichte und Umweltbedingungen geprägt. In Freitals Stadtteil Hainsberg sind neben den Zeugen der Industrialisierung auch Beispiele der gezähmten Natur sowie Bildungs-, Kultur- und Freizeitangebote prägend. Im Zuge der Fortschreibung des integrierten Stadtentwicklungskonzepts fand kürzlich ein Themenspaziergang durch Hainsberg statt. Begleitet wurde die Tour von OB Uwe Rumberg, Vertretern der Verwaltung sowie weiteren Akteuren aus anderen Statteilen. Im Rahmen des Rundgangs wurde an einigen Stationen Halt gemacht, um gemeinsam ins Gespräch zu kommen und Fragen zu beantworten.

 

Historisches und Aktuelles

 

Vertreter des Stadtplanungsamts und Vertreter von Einrichtungen vor Ort vermittelten Wissenswertes zur historischen und aktuellen Entwicklung des Gebiets zwischen Hainsberger Park und Rabenauer Grund. Dabei spannte sich der inhaltliche Bogen von Natur und touristischer Entwicklung über die Siedlungsgeschichte bis hin zu Einkaufsmöglichkeiten und Freizeitspaß.

Der Themenspaziergang startete am Hainsberger Park, auf dessen Gebiet vier Bäume bereits Mitte des 18. Jahrhunderts gepflanzt wurden und somit als Denkmale ausgewiesen sind. Zahlreiche Erläuterungen zu dem 1840 im englischen Landhausstil errichteten Herrenhaus und die Geschichte des Anwesens vermittelten ein authentisches Bild von der Geschichte Hainsbergs.

An der nächsten Station, dem Campus der Geschwister-Scholl-Schule, unterrichtete Projektleiter Jens Römisch die Teilnehmer über die Baufortschritte bei der Erweiterung des Schulgebäudes und der benachbarten Sporthalle. Römisch nannte auch die Gründe für Verzögerungen im Zeitplan. Mit Beginn des neuen Schuljahres sollen allerdings dann alle Schüler und Lehrer das sanierte Gebäude der Geschwister-Scholl-Oberschule in Besitz nehmen können.

Anschließend gab im Freizeitzentrum »Hains« dessen Leiter Daniel Wirth einen Ausblick auf die bevorstehende Saison. Dabei verwies er besonders auf das kürzlich eingeweihte Gradierwerk im Rahmen der Sauna. Gleichzeitig verwies Daniel Wirth auf die schwierige Wintersaison, in der das »Hains« in seiner einnahmestärksten Zeit von November bis Januar coronabedingt geschlossen bleiben musste. Dadurch blieb gut ein Drittel der Besucher aus.

 

Investitionen in die Bevölkerung

 

Im Inneren der Ballsäle Coßmannsdorf, der nächsten Station des Rundgangs, staunten die Teilnehmer über die zahlreichen Räume mit verschieden hohen Decken, die ineinander verschachtelt wirkten. In dem Gebäude wurden Wände teils mit Natursteinen, teils mit Ziegeln gemauert. Nach Fertigstellung der Ballsäle Coßmannsdorf sollen sie als kulturelles Stadtteilzentrum fungieren. Der Faschingsverein, BC-Verein und der Jugendclub sollen ein neues Domizil finden.

Beim Gang durch das Gebäude verwies Oberbürgermeister Uwe Rumberg auf die hohe Investitionssumme, die sich aufgrund von Baupreisexplosion, zuvor unbekannten Schäden und zusätzlichen Lärmschutzanforderungen stark verteuert hätte. Als Teilnehmer des Stadtspaziergangs ihn nach der Sinnhaftigkeit der Millioneninvestition fragten, machte Rumberg deutlich: »Investitionen in unsere Bevölkerung sind uns lieber als in Kriegsgerät.«