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Artilleriemanöver auf der Festung Königstein

Am 2. Oktober bestimmen Kanonendonner und Schwarzpulverdampf das Geschehen auf der Festung Königstein in der Sächsischen Schweiz. Beim „Kanonendonner über dem Elbtal“ zünden Hobby-Kanoniere verschiedene Nachbauten historischer Geschütze. Dazu bietet die Bergfestung eine neue thematische Sonderführung.
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Zündung eines Nachbaus einer 6-Pfund-Kanone aus dem 18. Jahrhundert, wie sie die Preußische Armee einst nutzte. Foto: Archivfoto/Festung Königstein gGmbH

Zündung eines Nachbaus einer 6-Pfund-Kanone aus dem 18. Jahrhundert, wie sie die Preußische Armee einst nutzte. Foto: Archivfoto/Festung Königstein gGmbH

Scheinbar harmlos stehen sie da, die kunstvoll gearbeiteten Kanonen auf der Festung Königstein.  Besuchern fällt es oft schwer, in den gepflegten Museumsstücken die gefürchteten Kriegsgeräte zu  sehen, die sie einst waren. Eine jährliche Gelegenheit, originalgetreu nachgebaute historische Schwarzpulverkanonen in Aktion zu erleben, ist der „Kanonendonner über dem Elbtal“. Nachdem das Ereignis im vergangenen Jahr ausfallen musste, wird den Besuchern am kommenden  Samstag eine neue Variante dieser Veranstaltung geboten. Neun Vereine aus Mitteldeutschland, die sich mit Leidenschaft der militärhistorischen Darstellung  widmen, kommen dazu auf der Festung zusammen – mit insgesamt 45 Akteuren und 13 Geschützen. Jeweils 10, 11, 14 und 15 Uhr zünden sie ihre Kanonen auf dem südlichen Wallgang hinter der Festungsmauer. Organisator ist der 1. Triptiser Schützenverein, der die Veranstaltung aus  Verbundenheit mit der Festung in diesem Jahr weitgehend unentgeltlich realisiert. „Es geht nicht nur  ums Schießen“, erklärt Vereinspräsident Martin Hillebrand. „Wir möchten für die Besucher ein Zeitfenster öffnen, Geschichte lebendig und emotional erlebbar machen.“ Dafür schlüpfen die Vereinsmitglieder in die nachgestalteten Uniformen verschiedener Epochen und  errichten auf dem Festungsplateau ein historisches Feldlager mit Koch- und Proviantzelten. Zwischen den Artilleriemanövern zeigen die Kanoniere Exerzierübungen und erläutern die Funktionsweise ihrer Geschütze. 13 Uhr kommen alle Regimenter zum Appell mit Festungschefin Dr. Angelika Taube zusammen. Auch „August der Starke“, „Napoleon I.“ und weitere Persönlichkeiten der Geschichte  werden dem Spektakel beiwohnen. Militärhistorisch Interessierte können sich jeweils 11:30 und 13:30 Uhr der neuen 90-minütigen  Sonderführung „Festung wehrhaft – Artillerie und Festungsbau“ anschließen. Der Rundgang gewährt spannende Einblicke in das ausgeklügelte Verteidigungssystem der einst für uneinnehmbar gehaltenen Wehranlage. Für die Manöver wird ausdrücklich ein Gehörschutz empfohlen. Ohrstöpsel sind im Museumsshop und im Informationsbüro erhältlich. Für Kleinkinder und Hunde ist die Veranstaltung nicht geeignet. Es gilt der reguläre Festungseintritt. Die Festung ist von 9 bis 18 Uhr geöffnet.