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Als Naturschützer zu einer Oldtimerrallye?

Landkreis SSOE. Diese Frage stellt sich Felix Räuber von Polarkreis 18 nach seiner ersten Rallye - aber die Antwort darauf hat ihn selbst überrascht.

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Sänger Felix Räuber (Beifahrer), Fahrer Peter Göbel und Markus Hendel (Chef-Organisator der Rallye Elbflorenz, v.l.n.r.) vor dem Skoda 130 LR.

Sänger Felix Räuber (Beifahrer), Fahrer Peter Göbel und Markus Hendel (Chef-Organisator der Rallye Elbflorenz, v.l.n.r.) vor dem Skoda 130 LR.

Foto: Daniel Förster

Bei der Rallye Elbflorenz tourte Felix Räuber (Baujahr 1984) an der Seite von Peter Göbel (Baujahr 1969), fünffacher Deutscher Rallye-Meister, in einem sportlichen Skoda 130 LR (Baujahr 1985) durch die Sächsische Schweiz und das Osterzgebirge sowie nach Meißen und Riesa. Peter Göbel holte zusammen mit Walter Röhrl in einem Porsche 911 den Gesamtsieg bei der Rallye San Remo Storico 1997.

An zwei Tagen navigierten sich beide unter insgesamt 203 Oldtimern bzw. Youngtimern über 370 Kilometer per Roadbook durch Ostsachsen.

 

»Allein, Allein« umgetextet

 

Songwriter und Musikproduzent Felix Räuber textete während der Fahrt sogar seinen Hit »Allein, Allein« um und gab ihn am Abschlussabend im Flughafen Dresden allen Rallye-Teilnehmern zum Besten, aber so, dass alle mitsingen konnten. Ein echter Gänsehautmoment. Am Ende belegten er und Göbel den fünften Rang in der Gesamtwertung.

Noch vor seinem Start bei der Rallye machte sich der Polarkreis 18-Sänger darüber Gedanken, ob er als Naturschützer und NABU-Mitglied an einer Oldtimerrallye teilnehmen könne. Er sei dies mehrfach gefragt worden. »Weder bin ich Autofan, noch habe ich ein Faible für die knatternden Blechschüsseln,« sagt Räuber, der sich dennoch für zwei Tage mit dem Oldtimer durch die »Käffer seines Heimatlandes« begab. »Was ich hier erleben sollte, überraschte mich dann doch«, stellte der Sänger fest. Dabei fiel ihm die Besessenheit der Oldtimerfans auf, für die deren Auto »Identität, Abenteuer und Freiheit« bedeuten würde. »Diese Besessenheit, die etwas Liebenswertes an sich hat, die mich an meine nächtelangen Studiosessions und sogenannte ‚19 Zoll Gespräche‘ unter Musikern erinnert und irgendwie faszinierend ist.«

 

Förderung der Gemeinschaft

 

Was ihn besonders beeindruckte, war auch die Offenheit der Menschen am Straßenrand: »Unsere Einfahrt auf diversen Marktplätzen glich allerdings einem Festumzug, wie man ihn seit der DDR-Friedensfahrt nicht mehr erlebt hat.« Er stellt sich abschließend die Frage, ob solche »gemeinschaftsfördernden« Maßnahmen dem Gefühl des »Nicht-gesehen-Werdens« der Landbevölkerung unseres Bundeslandes entgegenwirken könnten.