André Schramm

Müllgebühren steigen ab 2020

Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Lange Zeit war Ruhe, nun wird an der Gebührenschraube gedreht. Zum 1. Januar 2020 steigen die Gebühren für die Müllentsorgung im Gebiet des Zweckverbandes Abfallwirtschaft Oberes Elbtal (ZAOE) und zwar um 35 Prozent.

Konkret davon betroffen sind die Haushalte in den Landkreisen Meißen sowie Sächsische Schweiz- Osterzgebirge. Wie der ZAEO mitteilte, wird sich die durchschnittliche Gebührenbelastung pro Einwohner damit von 52 Euro pro Jahr (2018) auf rund 70 Euro pro Jahr erhöhen. Die Verbandsversammlung hat der neuen Gebührensatzung bereits zugestimmt.

Grund für die Anpassung sind erhebliche Kostensteigerungen bei Entsorgungsleistungen. Aber nicht nur hier. »Alles, was wir anfassen, wird teurer«, sagte ZAOE-Geschäftsführer Raimund Otteni. Schon jetzt haut die Kalkulation des Verbandes, die er für die Jahre 2017 bis 2021 aufgestellt hatte, nicht mehr hin. Die Restabfallentsorgung ist gut 1,5 Millionen Euro teurer als geplant, der Bioabfall sogar 4 Millionen Euro. Die Sperrmüllentsorgung schlägt mit einem Plus von 1,5 Millionen Euro zu Buche.  »Hinzu kommen steigende Tariflöhne, höhere Kosten bei Investitionen und bei Mautsätzen«, so Otteni weiter. Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen an Abfallanlagen und Sammelfahrzeugen, Kraftstoff und Energie sind weitere Preistreiber. Hätte der Verband nicht die Notbremse gezogen, wäre bis Ende 2021 ein Loch von mehr als 20 Millionen Euro entstanden.

Kaum Einfluss auf die Kosten

Das Problem: Zwei Drittel der Kosten, die im Verband auflaufen, werden durch eingekaufte Dienstleistungen von Fremdfirmen verursacht. Über Ausschreibungen kann der Verband nur äußerst begrenzt Einfluss auf die Kostenentwicklung nehmen. »Wir hatten beispielsweise zuletzt den Vertrag mit dem Sperrmüllverwerter neu verhandelt. Er wollte 40 Prozent mehr Geld. Das zeigt die Dynamik, die gegenwärtig auf dem Markt herrscht«, so Otteni weiter.

Der ZAOE darf keinen Gewinn erwirtschaften. Tut er es trotzdem, muss er ihn an die Bürger weitergeben. Mit der gebührenfreien Entleerung der Biotonne war der Verband dieser Auflage nachgekommen. Das soll trotz der aktuellen Entwicklung bis Ende 2021 auch so bleiben. »Gibt es eine Unterdeckung, kommen wir nicht umhin, die Bürger daran zu beteiligen«, so der ZAOE-Chef.

Gegenwärtig befindet sich der Verband in Verhandlungen mit den Partnern des Dualen Systems über die flächendeckende Einführung der Gelben Tonne. Raimund Otteni wollte sich noch nicht festlegen, ob ab 2021 tatsächlich eine Gelbe Tonne vor jedem Haus steht. Dem Vernehmen nach sieht es aber gut aus. Die neue Kalkulation läuft übrigens nicht mehr fünf, sondern nur drei Jahre – eine Vorsichtsmaßnahme.

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