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Trockenschäden und Borkenkäferbefall

Görlitz. Seit Anfang September sind in den Fichtenwäldern des mittleren und südlichen Landkreises Görlitz verstärkt Braunfärbungen und absterbende Baumkronen zu beobachten. Häufig befinden sich auf dem Waldboden große Mengen fahlgrüner Nadeln und an den Baumstämmen löst sich die Rinde nachdem die Spechte aktiv wurden. Das Kreisforstamt erklärt, warum das so ist.

„Die Ursache liegt in der extrem warmen und trockenen Sommerwitterung. Durch den Trockenstress sind die Fichten in diesem Jahr generell sehr stark geschwächt. Parallel dazu waren damit optimale Entwicklungsbedingungen für die Borkenkäfer gegeben“, erklärt Peter Wilde vom Bereich Waldschutz im Kreisforstamt. In den oberen Baumkronen ist ein sehr kleiner Borkenkäfer - der Kupferstecher - anzutreffen. Er bevorzugt dünnere Rinde. Im Stammbereich und der stärkeren Rinde sorgt der Buchdrucker für Schaden.

„Die befallenen Bäume sollten möglichst schnell gefällt und das befallene Holz aus dem Wald abtransportiert werden. Von Vorteil in der gegenwärtigen Situation ist, dass sich die Käfer jetzt in der Überwinterungsphase befinden“, so Wilde. Die Käfer überwintern unter der Baumrinde und in der Bodenstreu. Eine Vermehrung findet erst wieder im kommenden Frühjahr statt. Neuer Befall ist also erst ab März möglich. Bis dahin müsse die Sanierung abgeschlossen sein, so Wilde weiter.

Die wichtigste Maßnahme zur Bekämpfung der Borkenkäfer ist eine saubere Waldwirtschaft. Die laufende Kontrolle der Fichtenbestände auf Borkenkäferbefall und die Beseitigung des Schadholzes und des bruttauglichen Materials. Diese Aufgabe haben laut dem Sächsischen Waldgesetz vor allen Waldbesitzern, sie ist aber auch vordergründig im eigenen Interesse.

Die Mitarbeiter des Kreisforstamtes sind in den Schwerpunktbereichen unterwegs und informieren die betroffenen Waldbesitzer. Unterstützung bei der Aufarbeitung und Vermarktung des Schadholzes wird unter anderem durch die Mitarbeiter von Sachsenforst gegeben. 

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