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Im Emmaus entsteht ein Wundzentrum

Niesky. Chronische Wunden werden meist ambulant behandelt. Doch die reine Wundversorgung reicht oft nicht, zur Heilung müssen die auslösenden Ursachen behandelt werden. Das Emmaus-Krankenhaus Niesky will jetzt in der Wundbehandlung neue Wege gehen.

Krankenpfleger Stefan Kretschmer muss sich um die normale Stationsarbeit im Krankenhaus Emmaus in Niesky nicht kümmern. Er ist davon freigestellt, denn er hat eine besondere Aufgabe: Stefan Kretschmer ist der neue Wundmanager des Krankenhauses. »Das so eine Stelle geschaffen wird, ist nicht selbstverständlich. Dazu muss der Träger bereit sein (in dem Fall also die Diakonissenanstalt Dresden als Träger des Emmaus, Anm. d. Red.)«, sagt Rainer Stengel, Chefarzt Innere Medizin am Emmaus. Er hat als Diabetologe oft mit Patienten tun, die sich mit chronischen Wunden plagen.

Chronische Wunden werden in Deutschland häufig nur ambulant behandelt – auch über lange Zeiträume hinweg. Dadurch entstehen für das Gesundheitssystem hohe Kosten und für viele Betroffene ein langer, unnötiger Leidensweg. Denn neben der reinen Wundversorgung müssen die eigentlichen Ursachen einer chronischen Wunde fachübergreifend behandelt werden. Deswegen wird im Emmaus jetzt ein Wundzentrum aufgebaut. Die Ärzte hören dabei oft »Das habt ihr doch schon immer gemacht.« Dazu sagt Chefarzt Rainer Stengel: »Natürlich haben wir schon immer Wunden behandelt. Es geht uns aber darum, Abläufe und Standards zu definieren und interdisziplinär an der Behandlung chronischer Wunden zu arbeiten.«

 

Nach acht Wochen ist die Wunde chronisch

Wunden sollten innerhalb von sechs Wochen abheilen. Dauert der Heilungsprozess acht Wochen oder länger, ist eine Wunde laut der Fachgesellschaft »Initiative Chronische Wunden« (ICW) als chronisch zu bezeichnen. Diese lassen sich durch ausschließlich lokale Behandlungsmaßnahmen, also die reine Wundversorgung, kaum heilen. Stattdessen ist es notwendig, die auslösenden Ursachen herauszufinden: Liegt eine Durchblutungsstörung der Venen oder Arterien zugrunde? Kommt eine Diabeteserkrankung mit Gefühlsstörungen und Druckbelastungen an den Füßen hinzu? Ist die Wunde chronisch durch Bakterien oder Pilze infiziert und daher langwierig entzündet? Ist die Immunabwehr des Patienten geschwächt, der Lymphabfluss gestört oder ist es eine Kombination mehrerer Ursachen? Im Rahmen der sogenannten Kausaltherapie müssen diese zugrundeliegenden Krankheitsbilder behandelt werden.

Das Krankenhaus Emmaus Niesky verfügt dafür über die nötigen Voraussetzungen. Hier arbeiten Mediziner und weitere Berufsgruppen, die für eine umfassende Behandlung chronischer Wunden und deren Ursachen notwendig sind, eng zusammen. Im ambulanten Bereich stehen den Patienten eine Spezialsprechstunde für chronische Wunden von Dr. Frank Hübschmann, die Diabetologische Schwerpunktpraxis von Rainer Stengel und die Facharztzentren Niesky mit einer chirurgischen Sprechstunde zur Verfügung. Im Krankenhaus Emmaus koordiniert Wundmanager Stefan Kretschmer alle notwendigen Maßnahmen und stellt den reibungslosen Ablauf zwischen ambulanter und stationärer Versorgung sicher.

Von dem Wundzentrum sollen die Patienten nämlich auch profitieren, wenn sie das Emmaus bereits wieder verlassen haben. »Wichtig ist auch die Vernetzung«, sagt Kretschmer. Deswegen gehört es zu seinen Aufgaben, sich mit ambulanten Pflegekräften und niedergelassenen Ärzten auszutauschen, so dass alle an der Behandlung beteiligten immer auf dem gleichen Informationsstand sind und die Wundbehandlung so fortgesetzt wird, wie sie im Krankenhaus begonnen wurde. Stammtische und Schulungen sollen für einen zusätzlichen Informationsaustausch sorgen. Und nicht zuletzt wird der Wundmanager auch immer das Gespräch mit den Patienten und deren Angehörigen suchen und sie aufklären.

 

In der Nähe des Krankenhaus Emmaus wurde in den vergangenen Monaten gebaut. Die Diakonissenanstalt Emmaus hat in Niesky ein Hospiz errichten lassen. Der Grundstein war im Oktober 2018 gelegt worden, am kommenden Freitag wird das Hospiz eröffnet.

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HC Rödertal will sich in Lintfort weiter steigern

Großröhrsdorf. Für die Rödertalbienen steht am Samstag, den 19. September 2020, die nächste Auswärtsfahrt an. Wie schon in der vergangenen Saison geht die Reise am dritten Spieltag in das über 600 Kilometer entfernte Kamp-Lintfort. Anwurf in der Halle Eyller Straße ist um 17:30 Uhr. Kamp-Lintfort liegt am westlichen Rand des Ruhrgebiets nahe der niederländischen Grenze. Die junge Hochschulstadt besticht durch einige Highlights. Neben dem barocken Terrassengarten des Klosters Kamp ist die Landesgartenschau 2020 definitiv einen Besuch wert. Nachdem die TuS Lintfort den ersten Spieltag gegen den TSV Nord Harrislee auf Oktober verschob, ist das Duell mit den Rödertalbienen erst das zweite Saisonspiel für die Gastgeberinnen und gleichzeitig auch der Heimspielauftakt. Die erste Partie der Spielzeit 2020/2021 verlor die Mannschaft von Trainer-Urgestein Bettina Grenz-Klein bei der TG Nürtingen deutlich mit 34:26. Allerdings war die TuS über weite Strecken des Spiels in Schlagdistanz und musste die Nürtingerinnen erst in den letzten zehn Minuten ziehen lassen. Im Vergleich zur Vorsaison veränderte sich das Gesicht der Mannschaft deutlich – sieben Neuzugänge stehen genau so vielen Abgängen gegenüber. Unter anderem verließ Loes Vandewal, eine der ligaweit besten Torjägerinnen der vergangenen Jahre, den Verein in Richtung Belgien. Für Ersatz war jedoch schnell gesorgt. Noch während der vergangenen Saison wurde überraschend bekannt, dass Prudence Kinlend von Bayer 04 Leverkusen zurück nach Lintfort wechselt. Dort war sie bereits bis 2014 mit einem Zweitspielrecht aktiv. Für Aufsehen sorgte im ersten Spiel jedoch Naina Klein, die Tochter der TuS-Trainerin. Mit 9/1 Toren war sie die beste Torschützin ihrer Mannschaft. Auch HCR-Cheftrainer Karsten Schneider hat Klein auf dem Zettel: „Wir haben die Partie von Lintfort bei der TG Nürtingen akribisch analysiert und bereiten uns aktuell intensiv auf das Auswärtsspiel vor.“ Bienen wollen erstes Erfolgserlebnis Schon im vergangenen Spiel bei der SG 09 Kirchhof war eine deutliche Steigerung im spielerischen Bereich bei den Rödertalbienen zu erkennen. Die Frage wird sein, ob die Mannschaft von Cheftrainer Schneider diesen Aufwärtstrend bestätigen kann. Ein Erfolgserlebnis würde nach den beiden verlorenen Spielen sicherlich für Rückenwind sorgen und das Selbstvertrauen stärken. Dass das Vertrauen in die eigene Stärke und auch die Sicherheit noch nicht da sind, zeigte besonders die letzte Partie, in der ein ums andere Mal hochkarätige Chancen vor dem gegnerischen Tor liegengelassen wurden. Auch Bienen-Coach Schneider sieht das so: “Die Aufgabe der jungen HCR-Mannschaft wird es sein, die zu vielen technischen Fehler und Fehlwürfe der Vorwoche zu minimieren und kompakter in der Deckung zu stehen. Wir wollen schließlich die ersten ersehnten Meisterschaftspunkte mit ins Rödertal nehmen.“Für die Rödertalbienen steht am Samstag, den 19. September 2020, die nächste Auswärtsfahrt an. Wie schon in der vergangenen Saison geht die Reise am dritten Spieltag in das über 600 Kilometer entfernte Kamp-Lintfort. Anwurf in der Halle Eyller Straße…

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